Politik & Regulierung

Bundesbank für Rente mit 69

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Aufgrund steigender Lebenserwartung und geringer Geburtenraten wächst der Druck auf die gesetzliche Rentenversicherung. Die Bundesbank will daher das Renteneintrittsalter auf 69 Jahren erhöhen. Neben einem späteren Eintritt in den Ruhestand müssten sich die Deutschen zudem auf deutlich höhere Rentenbeiträge einstellen. Der GDV äußerte sich unterdessen positiv zum vorliegenden Gesetzesentwurf zur Flexirente.
Die Notenbank empfiehlt in ihrem aktuellen Monatsbericht eine Anhebung des Renteneintrittsalters auf 69 Jahre bis 2060. "Die nur bis zum Jahr 2030 reichenden offiziellen Vorausberechnungen sollten nicht darüber hinwegtäuschen, dass bei der Rentenversicherung perspektivisch Anpassungen unvermeidlich sind, um die Tragfähigkeit sicherzustellen", heißt es im Bericht.
Unterdessen hat die Bundesregierung die Vorschläge der Bundesbank bereits zurückgewiesen: "Die Bundesregierung steht zur Rente mit 67", so Regierungssprecher Steffen Seibert. Derzeit wird das Renteneintrittsalter schrittweise von 65 auf 67 Jahre angehoben.
Die Versicherer indes haben den vorliegenden Gesetzesentwurf für flexiblere Übergänge in den Ruhestand begrüßt. Demnach seien die Chancen für Wachstum, Beschäftigung und Stabilisierung des Rentensystems mit der Anhebung des effektiven Rentenalters beträchtlich, heißt es in einer Stellungnahme des Branchenverbandes GDV.
Positiv bewerten die Versicherer die Reform der Teilrente mit vereinfachten Hinzuverdienstregeln. "Die heutigen Regeln sind komplex und werden nur von einer geringen Zahl der Versicherten genutzt. Sie entsprechen offenkundig nicht den Anforderungen eines modernen Rentenrechts", stellt der Branchenverband fest. Kritisch sieht der GDV hingegen den Rückkauf von Abschlägen in kleinen Ansparraten ab dem 50. Lebensjahr. Damit würde eine "Ergänzungsvorsorge für ältere Beschäftigte" eröffnen, welche das Potenzial hätte, die betriebliche und private Altersvorsorge zu verdrängen.
Laut einer kürzlich veröffentlichten Studie der Prognos AG sei gesamtwirtschaftlich bereits viel gewonnen, wenn die Menschen tatsächlich bis 67 arbeiten würden, heißt es bei den Versicherern. Demnach könnte der Beitragssatz zur gesetzlichen Rentenversicherung bis 2040 um knapp einen Prozentpunkt gesenkt werden, während das Rentenniveau um 0,5 Prozentpunkte höher liegen würde. (vwh/mvd/td)
Bildquelle: Uwe Schlick / pixelio.de
Renteneintrittsalte · Rentenversicherung · Lebensarbeitszeit
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