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W&W hofft auf sturmfreien Jahres-Endspurt

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Die W&W-Gruppe erzielt im ersten Halbjahr dank der hohen Nachfrage nach Bausparverträgen einen Konzernüberschuss von 121 Mio. Euro. An der Gesamtjahr-Prognose von über 220 Mio. Euro halten die Stuttgarter fest, vorausgesetzt weitere Sturmschäden und Markturbulenzen bleiben aus. Alexander Erdland sieht sein Unternehmen auf einem "soliden Wachstumskurs". Die Dividendenzahlung von 0,60 Euro je Aktie berücksichtigt, errechnet sich für das zweite Quartal eine Performance von minus neun Prozent.
Angesichts der zahlreichen negativen Entwicklungen – angefangen vom "Brexit" bis hin zu den Anzeichen einer möglichen italienischen Bankenkrise – zeigt sich die Aktie im SDAX in Relation zu anderen Finanzdienstleistern jedoch stabil im Markt. Die Halbjahresergebnisse dürften daran nichts ändern.
Die Wüstenrot & Württembergische-Gruppe (W&W) hat im ersten Halbjahr 2016 das Neugeschäft fast durchweg gesteigert. Die Wüstenrot Bausparkasse legte per Ende Juni 2016 im Brutto-Neugeschäft weiter zu und erreichte eine Bausparsumme von 7,6 Mrd. Euro (Vorjahr: 7,3 Mrd. Euro), was einer Steigerung um 4,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Noch stärker wuchs das Netto-Neugeschäft mit fast 14 Prozent auf sechs Mrd. Euro (Vorjahr: 5,3 Mrd. Euro). Als Gründe wurden die weiterhin hohe Nachfrage nach Immobilien und Investitionen in Modernisierung genannt.
Bei den Versicherungen der W&W-Gruppe erzielten die Personenversicherungen knapp 1,2 Mrd. Euro gebuchte Bruttobeiträge (Vorjahr: 1,12 Mrd. Euro). In der Schaden-Unfallversicherung erhöhten sich die gebuchten Bruttobeiträge im ersten Halbjahr um rund 30 Mio. Euro auf 1,07 Mrd. Euro (Vorjahr: 1,04 Mrd. Euro). Allerdings ging das Neugeschäft in dieser Sparte leicht zurück, was der Württembergischen zufolge auf das um sechs Prozent schlechtere Geschäft mit Kfz-Versicherungen zurückzuführen ist.
Als besondere Schadenereignisse waren bei der Württembergischen Versicherung im ersten Halbjahr unter anderem die Stürme "Elvira", "Friederike" und "Neele" zu verkraften, was zu einer Erhöhung der Elementarschäden (brutto) um 15 Mio. Euro auf knapp 50 Mio. Euro führte. Dennoch musste der Versicherer mit knapp zwei Mrd. Euro weniger Geld an Versicherte auszahlen als im Vorjahreszeitraum mit 2,1 Mrd. Euro. Die Combined Ratio ging daher von 90,9 auf 90,0 Prozent zurück.
Vor dem Hintergrund der nochmals gesunkenen Zinsen forcieren die Lebensversicherungen der W&W-Gruppe seit Anfang August 2016 den Verkauf ihrer neuen Rentenproduktlinien "Extra" und "IndexClever". Ende Juli gab die Stuttgarter bekannt, konventionelle Lebenpolicen mit Garantiezins nicht mehr anzubieten. Auch Rürup- und Riester-Produkte sind davon betroffen. "Hintergrund der Entscheidung sind die nochmals weiter gesunkenen Zinsen. Gleichzeitig sind solche Produkte mit einem hohen Solvenzkapital zu hinterlegen", erklärte der Konzern bereits im Juli in einer Unternehmensmitteilung. Die Allianz, Gothaer, Generali, Ergo und die Zürich haben den Vertrieb von klassischen Rentenpolicen bereits eingestellt. (vwh/dg)
Bild: Alexander Erdland, Vorstandsvorsitzender der Württembergischen (Quelle: GDV)
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