Politik & Regulierung

Mehr Aggressivität im Straßenverkehr

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Das Auto gilt gemeinhin als des Deutschen liebstes Kind. Das Verhalten im Straßenverkehr gehört allerdings nicht gerade zu den Ruhmesblättern der Deutschen, glaubt man der aktuellen Studie der Versicherer zum "Verkehrsklima in Deutschland 2016". Ein zentrales Ergebnis der Umfrage: Mehr als jeder dritte Autofahrer hat eine aggressive Grundstimmung.
So machen sich Aggressionen im Straßenverkehr in vielfältiger Hinsicht in den Verhaltensweisen der Autofahrer bemerkbar: zu dichtes Autofahren und Einscheren, provokant langsames Fahren, Schneiden oder andere Nötigungen. Befragt nach dem eigenen Verhalten, gaben 47 Prozent der Pkw-Fahrer an, deutlich schneller zu fahren, wenn sie sich ärgern. Bei Frauen sind es gar 52 Prozent, während lediglich 42 Prozent der Männer dieses Verhalten bei sich erkennen.
Weitere 18 Prozent der befragten Autofahrer gaben an, sich positiv zu fühlen, wenn sie auf Landstraßen schnell fahren und dabei möglichst viele Autos überholten. Etwa ein Drittel (30 Prozent) gab an, kurz auf die Bremse zu treten und den Hintermann zu ärgern, wenn dieser zu dicht auffahre. 29 Prozent gaben an, dass sie sich sofort abreagieren müssen, wenn sie sich über andere Pkw-Fahrer ärgern. Ein Viertel der Befragten (24 Prozent) gab an, manchmal aufs Gaspedal zu treten, wenn sie überholt werden.
Doch die Liste ist noch länger: Demnach fahren 26 Prozent dicht auf notorische Linksfahrer auf, damit diese die Überholspur frei machen. Während gar 34 Prozent der Männer dieses Verhalten im Straßenverkehr zeigen, sind es bei den Frauen hingegen nur 18 Prozent. 29 Prozent der Autofahrer drängeln, um an einem bummelnden Auto vorbeizukommen. Bei den Männern sind es immerhin 35 Prozent, bei den Frauen lediglich 23 Prozent.
Dabei scheint manch Autofahrer auch den ein oder anderen Regelverstoß in Kauf zu nehmen, um vorwärts zu kommen. Demnach sind 26 Prozent der Autofahrer bereit, auch rechts an einem Fahrzeug vorbeizuziehen, wenn diese sich nicht links überholen lässt (Männer: 28 Prozent, Frauen 19 Prozent). Weitere 13 Prozent machen andere Autofahrer mittels Lichthupe oder Blinker auf ihr Kommen aufmerksam.
Unfallforscher und Studienautor Siegfried Brockmann hält dieses Aggressionspotenzial für durchaus realistisch: "Allerdings machen sich die meisten Autofahrer den Stress selbst". Überrascht habe ihn hingegen, dass gut verdienende Akademiker laut der Studie besonders rücksichtslos fahren. "Ich denke, es sind Menschen, die es gewohnt sind, sich durchzusetzen. Und die Straße als ein Revier sehen, in dem sie sich durchzusetzen haben", ergänzt Brockmann. (vwh/td)
Bildquelle: Schubalu / pixelio.de
UDV · Straßenverkehr
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