Politik & Regulierung

Beitragserhöhungen sollen Terroropfer entschädigen

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Nach den Anschlägen in Paris, Nizza und Brüssel wird die Nachfrage nach "Terror-Absicherung" deutlich ansteigen, prophezeit eine KPMG-Studie. Demnach kosteten die Betriebsunterbrechungen in Paris zwölf Mrd. Euro. Derweil stößt der französische Entschädigungsfonds für Terroropfer an seine Grenzen. "Die Beiträge sind nicht ausreichend", sagt Generaldirektor Jacques de Peretti von Axa France. Gemeinsam mit der öffentlichen Hand arbeiten Frankreichs Versicherer an "neuen Finanzierungsformen".
Der vor 30 Jahren geschaffene Entschädigungsfonds hat laut Regierungsangaben für dieses Jahr eine Reserve von rund 1,3 Mrd. Euro. Gespeist wird er unter anderem durch Beiträge von Versicherungsnehmern, die je Versicherung (Pkw, Haus etc.) eine Sondersteuer von jährlich 4,30 Euro zahlen müssen. Diese Steuer könnten nun angehoben werden. "Bis jetzt kosteten die Terroranschläge eher bescheidene Mittel, immer weniger als zehn Millionen Euro im Jahr", erklärt de Peretti . Allerdings "ist es heute klar, mit Blick auf die vergangenen 18 Monate, dass mehrere hundert Mio. Euro zu zahlen sein werden", führte der Axa-Direktor aus.
Allein die Anschläge in Paris sowie die Gegenattacke im Vorort Saint-Denis beanspruchten den Fonds mit schätzungsweise 300 bis 350 Millionen Euro, schreibt die Bild. Zahlreiche Festivals und Sommerveranstaltungen sind aufgrund erhöhter Terrorgefahr abgesagt. Das Tourismusgeschäft leidet. Die Unternehmensberater von KPMG präsentieren diese Woche eine Studie, in der sie herausgearbeitet haben, dass auf dem Markt existierende Anti-Terror-Policen nur die durch Anschläge direkt betroffenen Sachschäden decken. "Die globalen Terrorkosten betrugen im vergangenen Jahr 32 Mrd. US-Dollar, die indirekten Kosten durch Betriebsausfälle fallen deutlich höher aus", sagt KPMG-Partner Paul Merrey. Vor diesem Hintergrund erwarten die Unternehmensberater einen Anstieg bei der Nachfrage von Terror-Versicherungen. Auch der Kölner Spezialversicherer Extremus verzeichnet eine um 20 Prozent gestiegenen Nachfrage, nur die Abschlüsse hinken laut Vorstandschef Gerhard Heidbrink etwas hinterher. (vwh/dg)
Bild: Katharina Wieland Mueller / pixelio.de
Axa · Anti-Terror-Versicherung · Terrorversicherung · KPMG · Terrordeckung
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