Unternehmen & Management

Geringere Kapitalerträge belasten Allianz-Gewinn

Von Alexander KasparTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Zweimal Hagelschlag in Texas, ein Erdbeben in Japan, Stürme, Hochwasser und ebenfalls Hagel in Deutschland, Frankreich und Benelux haben bei Europas zweitgrößtem Versicherer für erhebliche Schäden gesorgt. Der Überschuss des 2. Quartals reduzierte sich gegenüber dem 2. Quartal 2015 um 46 Prozent auf 1,1 Mrd. Euro, wie Allianz-Chef Oliver Bäte am Freitag bekannt gab. Das lag aber vor allem an den sinkenden Kapitalerträgen.
Das operative Ergebnis schrumpfte im 2. Quartal um 17,2 Prozent auf 2,4 Mrd. Euro. Im gesamten ersten Halbjahr ging der operative Gewinn um zehn Prozent auf 5,1 Mrd. zurück, der Nach-Steuer-Gewinn um 14,1 Prozent auf 3,48 Mrd. Euro. Damit konnte das Unternehmen nicht die Erwartungen der Analysten erfüllen. Gleichwohl hält das Management weiter am Jahresziel von 10,5 Mrd. Euro operativem Gewinn fest. Die Combined Ratio blieb im ersten Halbjahr stabil bei 94,9 Prozent, die Solvabilitätsquote liegt bei 186 Prozent. Die Abschreibungen von 352 Mio. Euro aus dem Korea-Geschäft sind in diesem Zahlenwerk nicht inkludiert. Hier steht noch die aufsichtsrechtliche Genehmigung der Behörden aus, ein Abschluss wird innerhalb der nächsten zwölf Monate erwartet.
Dieser Verkauf ist Teil der neuen Allianz-Strategie oder "Erneuerungsagenda" unter Oliver Bäte, der keine Beschädigung der Allianz, weder als Marke noch als Unternehmen akzeptieren und so die Substanz schützen will. Gleichzeitig sucht das Team um Bäte und Finanzchef Dieter Wemmer weiter nach lohnenden Investitionsmöglichkeiten. Dafür steht jährlich rund eine Mrd. Euro für Merger & Acquisition bereit, die "Kriegskasse" ist knapp drei Mrd. Euro schwer. Sollte sich kein geeignetes Objekt finden, so soll das Geld, u.a. über Aktienrückkäufe, wieder an die Aktionäre fließen.
Den Boden scheint das Unternehmen bei seiner amerikanischen Investmenttochter Pimco erreicht zu haben. Zwar mussten auch in diesem Halbjahr weitere Abflüsse in Höhe von 18 Mrd. US-Dollar verkraftet werden, davon 17 Mrd. Dollar allein von einem einzigen, nicht genannten Investor. Doch dem entgegen stehen laut Dieter Wemmer nachhaltig stabile Zuflüsse, so dass "die Null in Greifweite ist". In das operative Geschäft will man von München aus, so Bäte in Korrektur zu jüngsten Gerüchten, keinen Einfluss auf die bei Pimco assoziierten 60 Partner nehmen.
Link: Siehe auch DOSSIER. (vwh/ak)
Bildquelle: Allianz SE
Allianz · Pimco · Naturkatastrophen · Bilanz
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