Schlaglicht

Dabei sein ist alles

Von Tobias DanielTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Wer kennt sie nicht: "Eddy the Eagle", der wohl erfolgloseste Skispringer bei Olympischen Spielen oder "Eric the Eel", Freistilschwimmer aus Äquatorial-Guinea. Gestartet in unterschiedlichen Disziplinen, hatten beide jedoch eines gemeinsam: Sie hatten keine Chance auf eine olympische Medaille. Auch die heute beginnenden Spiele in Rio werden ebenfalls wohl nicht gerade als "best games ever" in die Sportannalen eingehen.
Staus und Verärgerung in Rio, waffenstarrende Sicherheitskräfte angesichts weltweiter Terrorrisiken, die Gesundheitsrisiken durch das Zika-Virus, die schwerste politische Krise seit Jahren mit einer Staatspräsidentin auf dem Abstellgleis, Korruption und wirtschaftliche Turbulenzen – die Liste der Probleme im Vorfeld der ersten Olympischen Spiele in Südamerika scheint schier endlos.
Dabei droht der Stadt an der Copacabana bereits der Olympiafluch von Montréal: Anstatt einen wirtschaftlichen Aufschwung zu erleben, droht Rio das Schicksal der kanadischen Metropole – nämlich über Jahre hinweg im olympischen Schuldensumpf zu versinken. So befürchtet der Kreditversicherer Euler Hermes bereits jetzt einen Anstieg der Insolvenzen in Rio um vier Prozent. Und auch der belgische Konkurrent Credimundi sieht bereits ein höheres Länderrisiko für Brasilien (siehe MÄRKTE).
Die Versicherer sorgen sich hingegen aktuell eher um die Versicherbarkeit der bestehenden Risiken – allen voran das Zika-Virus. Der Trend: Immer mehr Versicherer haben den sogenannten "Zika-Schutz" in ihren Policen ausgeschlossen. Wer also jetzt noch einen Versicherungsschutz für Rio abschließen will, macht dies auf eigenes Risiko (siehe DOSSIER). Sorgen, die sich die deutschen Sportler allerdings nicht zu machen brauchen, glaubt man dem deutschen Olympia-Versicherer Zurich (siehe KÖPFE).
Ein wichtiger Faktor lässt sich im Vorfeld der Spiele jedoch kaum beeinflussen, geschweige denn versichern, nämlich der so genannte Imageeffekt. Für Sydney 2000 war dieser immerhin durchaus groß. So präsentierte sich Down Under den Menschen als offen und gastfreundlich – Australien war stolz auf seine Spiele. Anders fiel die Bilanz vier Jahre zuvor für Atlanta aus: zu kommerziell, zu kalt, lautete das Urteil. Welchen Nutzen am Ende Brasilien aus den Spielen ziehen wird, wird sich erst erweisen, wenn die olympische Fackel erloschen sein wird. Für die Athleten gilt jenseits aller Medaillenträume auch in diesem Jahr wieder der allgemein bekannte Wahlspruch: "Dabei sein ist alles". (td)
Bildquelle: Alexandra H. / pixelio.de
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Weitere Themen im Blick von VWheute:

Waldbrände und Erdbeben haben im ersten Halbjahr 2016 der Hannover Rück zu schaffen gemacht. Wie der weltweit dritte Rückversicherer am Donnerstag mitteilte, ging der Halbjahresgewinn auf 486,1 Mio. Euro zurück (Vorjahr: 531,9 Mio. Euro). Die gebuchten Bruttoprämien sanken währungsbereinigt um 1,5 Prozent auf 8,3 Mrd. Euro (Vorjahr: 8,6 Mrd. Euro).
Eric Bussert (47), seit rund vier Jahren Vorstand der HanseMerkur für Vertrieb und Marketing, ist stolz auf den volldigitalisierten Vertriebs-Navigator seines Unternehmens. Dieser erlaube einen medienbruchfreien, kompletten Beratungs- und Verkaufsprozess. Damit weise die HanseMerkur nach seinen Angaben einen Alleinstellungsmerkmal in der Branche auf, wie er im Exklusiv-Gespräch mit VWheute erklärt.
Die KfW Bankengruppe hat im ersten Halbjahr 2016 ein Fördervolumen von insgesamt 36,2 Mrd. Euro gewährt. Dies entspricht einem Minus von 13 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitrum (2015: 41,5 Mrd. Euro). Während die inländische Förderung mit 26,7 Mrd. Euro rund vier Prozent über dem Vorjahreswert (25,7 Mrd. Euro) lag, sanken die Neuzusagen für das internationale Geschäft um 42 Prozent auf neun Mrd. Euro (Vorjahr: 15,4 Mrd. Euro).
Olympia · Rio de Janeiro
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