Köpfe & Positionen

"Identitätsängste in Unternehmen überwinden"

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Thomas Buberl, Giovanni Liverani oder John Cryan, Chef der Deutschen Bank, und Fußballtrainer Jürgen Klopp haben eines gemeinsam: Sie machen Karriere im Ausland. Für die Unternehmen bedeutet dieser Trend vor allem, "etwaige Identitätsängste zu überwinden und sich kulturell anders eingestellten Entscheidungsträgern zu öffnen", konstatiert Karriereberaterin Jutta Boenig.
VWheute: Deutschland versteht sich als globaler Business-Platz und verfügt über vielschichtige wirtschaftliche Beziehungen ins Ausland. Was müssen die Unternehmen bei der Einbindung internationalen Top-Personals besser machen?
Jutta Boenig: Die Unternehmen sollten sich darauf besinnen, nachzuentwickeln, etwaige Identitätsängste zu überwinden und sich kulturell anders eingestellten Entscheidungsträgern zu öffnen. Dazu bedarf es auch gezielter Programme, an denen es momentan häufig mangelt. Wenn man die gegenwärtige Landschaft auf der Meta-Ebene beobachtet, gibt es Käufer oder Übernehmer aus dem Ausland, aber keine personelle Einbindung – vor allem im Mittelstand (siehe DOSSIER).
VWheute: Mit welchen Unterschieden haben die Manager denn in den meisten Fällen zu rechnen – kulturell, aber auch menschlich und beruflich?
Jutta Boenig: Ich wüsste nicht, was auf Nummer eins steht. Es ist oftmals eine Herausforderung, die direkt neben der nächsten steht. In Asien, wo kulturell die wohl größten Unterschiede auftreten, berichten Manager oft von intransparenten Kommunikationswegen. Mitarbeiter und Kollegen zum Beispiel vermitteln dort im beruflichen Alltag den Eindruck bester Ordnung, doch tatsächlich bleiben bestimmte Themen und Sachverhalte vor dem Chef unausgesprochen. Dieses aus europäischer Sicht devote Verhalten, das die Asiaten solche Karriere im kleinen Deutschland gar nicht hätten machen zu können.
VWheute: Kann der Auslandsaufenthalt zu einem Stolperstein in der Managementkarriere werden?
Jutta Boenig: Die Angst vor dem Misserfolg ist im Unterbewusstsein ein ständiger Begleiter von Führungskräften, die den Schritt ins Ausland wagen. Es kommt immer wieder vor, dass sie enttäuscht aus dem Ausland zurückkehren und auch in der Heimat die adäquate Position nicht mehr verfügbar ist. Führungskräfte, die ein solches Schicksal ereilt, haben danach wenig Selbstvertrauen. Dieses gilt es schnell wieder aufzubauen. Grundsätzlich gilt: Jeder Misserfolg muss als absolutes Lernfeld betrachtet werden.
Die Fragen stellte VWheute-Redakteur Michael Stanczyk.
Das vollständige Interview lesen Sie in der neuen Ausgabe des Business- und Managementmagazins Versicherungswirtschaft.
Bild: Jutta Boenig ist Vorstandsvorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Karriereberatung und Expertin für systemisches Coaching sowie Beraterin und Mediatorin. (Quelle: Boenig-Beratung)
Karriere · Jutta Boenig
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