Schlaglicht

Kriminelle Anonymität im weltweiten Netz

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Kriminalität im weltweiten Netz ist mittlerweile so grenzenlos wie das Internet selbst. Daher steht die Computer- und Internetkriminalität nun mehr denn je im Fokus der Ermittlungsbehörden. Allein 2015 registrierte das Bundeskriminalamt (BKA) mehr als 45.000 Fälle von Cybercrime mit einem Schaden von über 40,5 Mio. Euro. Allerdings gehen die Ermittler davon aus, dass die Zahlen nicht die tatsächlichen Schäden erfassen.
Grundlage für das Bundeslagebild Cybercrime bildet die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS). Darin enthalten sind demnach alle Straftaten bzw. strafrechtliche Versuche, die polizeilich bearbeitet und an die Staatsanwaltschaft abgegeben wurden. Straftaten mit politischer oder nachrichtendienstlicher Motivation wurden laut BKA nicht berücksichtigt.
Demnach ging die Zahl der Cybercrime-Delikte im vergangenen Jahr um 8,3 Prozent auf 45.793 zurück. Davon entfielen 23.562 auf Computerbetrug, 9.629 auf das Ausspähen und Abfangen von Daten, 7.187 auf die Fälschung von Daten sowie die Täuschung im Rechtsverkehr und bei der Datenverarbeitung. Zudem registrierte die PKS 3.537 Fällevon Datenveränderung und Computersabotage sowie 1.878 Fälle von Betrug mit Zugangsberechtigungen. Die Aufklärungsquote lag 2015 bei 32,8 Prozent. Dies entspricht einem Plus von 3,4 Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr (2014: 29,4 Prozent).
Die Gesamtschadenssumme betrug demnach laut BKA mehr als 40,5 Mio. Euro. Dies entspricht einem Anstieg um 2,8 Prozent (2014: 39,4 Mio. Euro). Den Löwenanteil davon machen die Straftaten im Bereich Computerbetrug aus mit einer Schadenssumme 35,9 Mio. Euro aus. 4,6 Mio. Euro entfallen demnach auf den Betrug mit Zugangsberechtigungen zu Kommunikationsdiensten.
Daneben erfasste die Polizeiliche Kriminalitätsstatistik im vergangenen Jahr insgesamt 244.528 Straftaten, bei denen das Internet als Tatmittel genutzt wurden. Dies entspricht laut BKA dem Vorjahresniveau (2014: 246.925 Fälle). Den überwiegenden Anteil mit 74,5 Prozent machen demnach Betrugsdelikte aus (182.278 Fälle). Darunter fallen vor allem Fälle von Warenbetrug mit einem Anteil von 30,4 Prozent (74.421 Fälle).
Der überwiegende Anteil der Cyberkriminellen agiert nach Angaben der Ermittler vor allem aus finanziellen Motiven, wobei die entsprechenden Delikte meist von Männern begangen werden. Von 11.643 registrierten Tatverdächtigen im Jahr 2015 waren laut BKA lediglich 23 Prozent Frauen. Gleichzeitig verzeichnete die Behörde einen deutlichen Anstieg der organisierten Kriminalität im Netz: Wurde 2013 noch gegen sechs Gruppierungen ermittelt, waren es 2015 bereits 22.
Allerdings geht das Bundeskriminalamt davon aus, dass beim Thema Cybercrime von einer großen Dunkelziffer ausgegangen werden muss und nur ein kleiner Teil der Straftaten tatsächlich den Behörden bekannt wird. Eine Ursache sehen die Ermittler vor allem darin, dass ein Großteil der Straftaten gar nicht erst über das Versuchsstadium hinausgeht und daher von den Geschädigten gar nicht bemerkt wird. Zudem werden Straftaten von den Betroffenen vor allem dann nicht angezeigt, wenn kein finanzieller Schaden entstanden sei oder die eigene Reputation bei Kunden oder Partnern auf dem Spiel stehe, so das BKA. (vwh/td)
Bildquelle: GDV
Cyberkriminalität · BKA
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