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Pensionsverpflichtungen steigen durch Niedrigzins

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Die niedrigen Zinsen treiben derzeit die Pensionsverpflichtungen der Unternehmen in die Höhe. Nach Modellberechnungen von Willis Towers Watson stiegen die Pensionsverpflichtungen der Dax-Konzerne im zweiten Quartal 2016 um 7,0 Prozent auf 428,8 Mrd. Euro. Auch die Pensionsverpflichtungen der MDax-Unternehmen stiegen demnach um 6,9 Prozent auf 67,1 Mrd. Euro.
Den Grund sehen die Experten von Willis Towers Watson vor allem im Verfall des Rechnungszinses. Dieser sei im zweiten Quartal des Jahres um 42 Basispunkte auf 1,70 Prozent zurückgegangen, nachdem bereits im ersten Quartal 2016 ein Rückgang von 38 Basispunkten auf 2,12 Prozent zu verzeichnen gewesen sei.
"Diese Talfahrt lässt sich zum einen auf die Leitzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) und der US Federal Reserve (US Fed) und zum anderen auf eine gestiegene Nachfrage nach sicheren Anlagen zurückführen. So wurden im März die Leitzinsen im Euroraum gesenkt und in den USA – anders als erwartet – nicht erhöht", konstatiert Thomas Jasper, Leader Retirement Western Europe von Willis Towers Watson.
Zudem sei durch die "Ausweitung des Quantitative Easing-Programms der EZB sowie die Marktturbulenzen in Folge des Brexit" die "Nachfrage nach den für die Zinsfestsetzung maßgeblichen AA-Anleihen gestiegen", ergänzt der Experte. "Dadurch stieg der in den Bilanzen anzusetzende Verpflichtungsumfang für die betriebliche Altersversorgung – er folgt gemäß der Rechnungslegungsvorschriften unmittelbar der Volatilität des Zinsumfelds", erläutert Jasper.
Trotz Marktturbulenzen stiegen die Planvermögen im Dax um 0,7 Prozent auf 237,0 Mrd. Euro an. Bei den MDax-Unternehmen blieben diese hingegen stabil bei 27,8 Mrd. Euro. Dies habe nach Angaben von Willis Towers Watson im zweiten Quartal zu einem deutlich geringeren Ausfinanzierungsgrad von Pensionsplänen geführt. Dennoch stehe die betriebliche Altersvorsorge (bAV) bei den Arbeitnehmern hoch im Kurs. Laut "Global Benefits Attitudes Survey" gaben 70 Prozent der Mitarbeiter in Deutschland an, hauptsächlich über die bAV für ihre Rente vorzusorgen. (vwh/td)
Bildquelle: Uwe Schlick / pixelio.de
bAV · Rechnungszins · Willis Towers Watson
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