Schlaglicht

Renten-Experte Werding: "An längerer Lebensarbeitszeit führt kein Weg vorbei"

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Die deutsche Bevölkerung wird ab 2020 ziemlich sicher schrumpfen. Selbst wenn die Politik sofort Gegenmaßnahmen ergreifen würde, wären die Konsequenzen erst in 20 bis 30 Jahren spürbar. Martin Werding von der Ruhr-Uni Bochum spricht über Probleme in der deutschen Altersstruktur und künftige Versorgungswege.
Bei seinem Vortrag in München, auf Einladung des Verbandes der Bayerischen Wirtschaft (vbw), stellte Werding, der in den Fragen der Alterssicherung auch die Bundesregierung berät, zwar die Vorteile des deutschen Drei-Säulen-Modells hervor, diese seien aber zu kurz, bzw. zu schwach, um den Bürgern eine auskömmliche Altersversorgung zu gewährleisten. An längerer Lebensarbeitszeit bei geringeren Bezügen führe kein Weg vorbei.
Die Hoffnungen ruhen hier vor allen Dingen auf der Versicherungswirtschaft, die mit neuen kreativen Leistungen die betriebliche Altervorsorge stärken kann. Innerhalb des Rentensystems sieht Professor Werding für die Politik folgende Handlungsmöglichkeiten: Rentensystem fixieren, Rentensystem erhöhen, eine ergänzende Kapitaldeckung und den Umbau des Rentensystems.
Dabei sollte laut Professor Werding, der konsequente Reformpfad, den Deutschland seit 2001 verfolgt hat, unbedingt fortgesetzt werden - und zwar über eine weitere Anhebung der Regelaltersgrenze wegen der weiter steigenden Lebenserwartung, plus einer ergänzenden Kapitaldeckung zur Entlastung der nächsten Generationen. Über eine Aufstockung der Erwerbsminderungsrente und einer Grundsicherung im Alter gelte es soziale Härten abzufedern.
Im Exklusiv-Interview mit VWheuteTV gibt der Wissenschaftler Antworten, auf die Fragen nach einem stabilen Rentensystem nach 2030, wie die bAV breiter verankert werden kann und welches Rentenmodell für die Zukunft zu favorisieren ist. (vwh/ak)
Bild: Prof. Dr. Martin Werding erläutert die Rentenproblematik vor Journalisten in München. (Quelle: Alexander Kaspar)
Rente · Reform · Martin Werding · Ruhr-Uni Bochum
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