Schlaglicht

Putschversuch in der Türkei: Harter Schlag für die Tourismus-Industrie

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Erst der Brexit, dann eine Terror-Amokfahrt in Nizza und jetzt ein Putschversuch in der Türkei. Die Ereignisse der letzten Wochen überschlagen sich. 2016 ist ein Jahr geprägt von politischen Krisen. Wirtschaftlich dürfte es das Land am Bosporus besonders hart treffen. Vor allem aufgrund des Risikos für Einnahmeausfälle in der Tourismusbranche.
Nach dem Putschversuch in der Türkei reagieren die Reiseunternehmen mit kostenlosen Umbuchungs- und Stornierungsangeboten für ihre Kunden. Dies sei für Abreisen am Samstag und Sonntag mit Tui, Thomas Cook, Der Tour und Alltours möglich gewesen, teilten die Firmen nach Angaben des Handelsblatts mit. Darüber hinaus könnten Gäste von ihrer Reise zurücktreten und erhielten Kostenrückerstattungen.
Weil sich der Putschversuch aber auf die Hauptstadt Ankara und die Metropole Istanbul konzentriert habe, hätten die Gäste in den Hauptbade-Regionen Antalya und Bodrum direkt nichts davon mitbekommen, erklärt ein Sprecher von Thomas Cook. Auch Tui fliegt mit der eigenen Airline TUIfly weiter in die Türkei. Die Lufthansa hingegen zog schnelle Konsequenzen und sagte alle Verbindungen am Samstag ab. Auch die Konzerntochter Eurowings strich Flüge.
Für die großen deutschen Tourismuskonzerne, aber auch für die türkische Wirtschaft selbst steht in der wichtigen Sommersaison geschäftlich viel auf dem Spiel. Trotz des Buchungseinbruchs um bis zu 50 Prozent nach den Anschlägen zu Jahresbeginn ist das Land laut Deutschem Reiseverband das drittbeliebteste Urlaubsziel. Im letzten Jahr besuchten es rund 5,6 Millionen Bundesbürger. In den ersten fünf Monaten 2016 zog es nach Angaben des türkischen Fremdenverkehrsamts ein Viertel weniger Deutsche ins Land am Bosporus.
In der Türkei haben Teile des Militärs am Freitagabend einen Putschversuch unternommen. Nach Aussagen der Regierung sei die Lage aber wieder unter Kontrolle. (vwh/mst)
Bild: Bildpixel/pixelio.de
Türkei · Tourismus · Militärputsch
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