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Chinesische Zahlungsmoral im Sinkflug

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
China ist dieses Jahr erstmals Schlusslicht bei der Zahlungsmoral. Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle Euler Hermes Studie zum weltweiten Zahlungsverhalten. Der Kreditversicherer hat dabei das Zahlungsverhalten in 36 ausgewählten Ländern und 21 Branchen unter die Lupe genommen. Im Reich der Mitte werden durchschnittlich erst nach 92 Tagen Rechnungen beglichen, gegenüber 88 Tagen im Vorjahr.
Im Fokus der Untersuchung standen die "Days of Sales Outstanding" (DSO), also die Zeitspanne zwischen Rechnungslegung und Zahlungseingang, von börsennotierten Unternehmen in den jeweiligen Ländern und Sektoren. Ergebnis: Chinesische Unternehmen zahlen am spätesten und sogar fast einen Monat später als der weltweite Durchschnitt, der 2016 unverändert bei 64 Tagen liegt.
Ludovic Subran, Chefvolkswirt der Euler Hermes Gruppe: "In keinem Land wird 2016 so spät bezahlt wie in China. Die rote Laterne der Spätzahler für den roten Drachen, das ist ein Novum." Während 2014 Italien das weltweite Schlusslicht bildete, lag 2015 Griechenland vor China und Italien gleichauf mit der Türkei und Frankreich.
Für Subran gibt es zwei Gründe für diese Entwicklung: "Zum einen liegt dies am verlangsamten Wirtschaftswachstum, zum anderem aber auch an den großen Cash-Beständen der börsennotierten chinesischen Unternehmen, die sich längere Zahlungsziele leisten können."
Wie viele andere europäische Staaten liegt Deutschland bei der Zahlungsmoral im oberen Mittelfeld. So werden durchschnittlich nach 53 Tagen die Rechnungen börsennotierter Unternehmen in der Bundesrepublik bezahlt, sowohl 2015 als auch 2016. Die Deutschen liegen damit auf Rang 13. Spitzenreiter ist Österreich (DSO 2015/2016: je 44 Tage), vor Neuseeland (je 46), den Niederlanden (2015/2016: 47/46), der Schweiz und Dänemark (je 48/48), Südafrika (48/50) sowie den USA (49/50). (vwh/mvd)
Die Euler Hermes Studie auf Englisch als pdf-Version erhalten Sie hier
Foto: Bernd Sterzl / pixelio
Kreditversicherung · Euler Hermes · Ludovic Subran
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