Schlaglicht

Vor dem Rentengipfel

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Lebensleistungsrente, Angleichung der Ostrenten, Stabilisierung des Rentenniveaus und die Rolle der Betriebsrente - diese Themen werden den heutigen Rentengipfel bestimmen, den Sozialministerin Andrea Nahles heute veranstaltet.
Beim Rentengipfel will Nahles das ganz große Fass aufmachen. Am Ende des Dialogs soll ein Gesamtkonzept der Bundesregierung zur Rente stehen. Geladen sind Deutscher Gewerkschaftsbund (DGB), Arbeitgeberverband BDA, Deutsche Rentenversicherung und der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft – gekoppelt mit der Expertise renommierter Rentenexperten wie Bert Rürup oder dem Chef des Sozialbeirats, Gert G. Wagner. Das Ziel ist für die Arbeitsministerin klar: die Ost-West-Angleichung der Renten, die umstrittene Lebensleistungsrente und die Stärkung der betrieblichen Altersversorgung (bAV).
Der oberste Aktuar Wilhelm Schneemeier plädiert ebenfalls für einen umfassenden Kassensturz über die drei Säulen der Altersvorsorge hinweg: Für ihn ist es "ein Irrglaube, dass die umlagefinanzierte gesetzliche Rente losgelöst von der betrieblichen und privaten Altersvorsorge betrachtet werden" kann.
Bild: Zu viele Köche (Quelle: Dieter Hanitzsch)
"Ohne den Gesetzgeber geht nichts", stellt auch eine aktuelle Untersuchung von Oliver Wyman fest. Wie erfolgreich die Lebensversicherer in Zukunft arbeiten, hängt laut aktueller Einschätzung der Beratungsgesellschaft von Vorgaben der Gesetzgebung ab.
Eine längere Lebensarbeitszeit gehört derzeit nicht gerade zu den attraktivsten Zielen eines Arbeitnehmers. Für die gesetzliche Rente wäre dies jedoch ein Segen, konstatiert eine neue Studie von Prognos und des GDV.
"Ziele in der Altersvorsorge immer schwerer zu erreichen", stellt auch das Deutsche Institut für Altersvorsorge fest. "Der Druck auf die Kosten nimmt zu und zwingt die Versicherer zu einschneidenden Schritten", sagt DIA-Sprecher Klaus Morgenstern.
Ob Zeit für eine Reform der Riester-Rente bleibt, wird sich im Lauf der Gipfel herausstellen. Fast täglich überschlagen sich hier Katastrophenmeldungen gefolgt und Durchhalteparolen. Fast schon verdächtig still ist es in den vergangenen Tagen um die sogenannte Deutschlandrente geworden. Dass sich der Staat als Vermögensverwalter bewähren könnte, sehen indes nicht wenige kritisch.
Franz Müntefering (SPD) warnt vor unnötigen Experimenten bei der Rente. "Ich würde jetzt nicht neue Sachen anfangen", warnt das SPD-Urgestein. "Rentenpolitik ist immer langfristig, ein Hin und Her schadet da nur."
Die Expertenrunde strebt Klarheit an, wie gegebenenfalls sogar das Niveau der gesetzlichen Rente angehoben werden kann. Die Lebensleistungsrente hat Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) offenbar schon fest in seinem Budget eingeplant. 2,3 Mrd. Euro will er laut Rheinischer Post bis 2020 dafür freistellen - die schwarze Null soll dennoch stehen. (vwh/ku)
Bild: Sozialministerin Andrea Nahles (SPD) veranstaltet heute den ersten von drei Rentengipfeln (Quelle: Ministerium)
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Aus der aktuellen Ausgabe des Business- und Managementmagazins Versicherungswirtschaft (Heft 07/16):

>bAV im Nebel der Rentenpolitik

  • Expert: Ein Machtkampf mit offenem Ausgang. Marco Arteaga darüber, wie Versicherer sich wehren gegen den Ausschluss aus dem Wettbewerb der betrieblichen Altersversorgung. (Einzelbeitrag)
  • Report: Betriebsrente international. Ein Towers Watson-Expertenteam um Stephan Wildner führt aus, dass die Marktdurchdringung in Deutschland stagniert (Einzelbeitrag)
  • Expert: Mehr Verbindlichkeit, mehr Spielräume, mehr Digitalisierung. Der ehemalige Alte Leipziger-Vorstand Reinhard Kunz fordert die Versicherer auf sich für die Altersvorsorge 4.0 mutig zu positionieren. (Einzelbeitrag)
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