Köpfe & Positionen

"Märkte befinden sich in Extremsituation"

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Auch wenn sich risikoreiche Anlagen Anfang der Woche erholt haben, netto sind die Renditen für Staatsanleihen seit dem Ergebnis des Referendums in Großbritannien über den Verbleib in der EU gefallen und die Renditeaufschläge auf dem Anleihemarkt sind größer geworden. "Das schafft eine interessante Situation für Investoren, die sich nach kurzfristigen Anlagen umschauen", meint Chris Iggo von Axa Investment Managers.
Das Auf und Ab bei den Staatsanleihen von Kernländern habe tendenziell zu einer Abflachung der Zinskurven geführt, erläutert Iggo. So sei zum Beispiel der Spread zwischen zehn-und zweijährigen US-Treasuries seit Donnerstag vergangener Woche um 10 Basispunkte gefallen, seit Ende des ersten Quartals um 17 Basispunkte. Das gleiche gelte für deutsche Bundesanleihen und Guilts: Bundesanleihen seien seit Donnerstag um 14 beziehungsweis elf Basispunkte gefallen, britische Guilts um neun Basispunkte und um 23 seit dem Ende des 1. Quartals.
Die Märkte befänden sich derzeit in einer Extremsituation. Das bedeute ein mittelfristiges Risiko für einen Kapitalverlust bei Langfriststrategien, wenn die Renditen wieder steigen sollten. Selbst wenn sich die kurzfristigen Raten nicht veränderten, würde eine Anstieg um 20 Basispunkte bei den zehnjährigen Renditen zu einem Verlust von rund 1,8 Prozent bei Treasuries, 1,9 Prozent bei Bundesanleihen und 1,7 Prozent bei Guilts führen.
All dies bezöge sich nur auf Staatsanleihen, weist Iggo hin. Deutlicher werde der Fall, wenn über Risikoaufschläge gesprochen werde. Zum einen reagierten Anleger seit dem Referendum weniger empfindlich auf eine mögliche Wende bei Rückgängen von Anleiherenditen. Zum anderen gebe es die Möglichkeit, sich höhere Credit Spreads zu sichern. "Der Punkt ist, dass Investoren, die zum Beispiel heute in eine kurzfristige High-Yield-Anleihe oder kurzfristige Emerging-Market-Anleihen investieren, wegen der flachen Zinskurve weniger Rendite aufgeben im Vergleich zu langfristigeren Strategien." (vwh/mvd)
Bild: Axa Investment Managers Chris Iggo (Quelle: Axa)
Axa · Staatsanleihen · Brexit
Auch interessant
Zurück
27.06.2019VWheute
Deut­sche Versi­cherer befinden sich im Stim­mungs­tief Bei den deutschen Versicherern herrscht augenscheinlich weiter getrübte Stimmung. So geht laut…
Deut­sche Versi­cherer befinden sich im Stim­mungs­tief
Bei den deutschen Versicherern herrscht augenscheinlich weiter getrübte Stimmung. So geht laut einer aktuellen Analyse des Beratungsunternehmens Sopra Steria nur rund jeder vierte Entscheider geht davon aus, dass sich die …
21.01.2019VWheute
Axa: "Wir befinden uns im deut­schen Markt gerade im Aufbau unseres Port­fo­lios im Ener­gie­be­reich" Energiekonzerne sind der natürliche …
Axa: "Wir befinden uns im deut­schen Markt gerade im Aufbau unseres Port­fo­lios im Ener­gie­be­reich"
Energiekonzerne sind der natürliche Geschäftspartner von Versicherern.  Wer das nicht glaubt, der sollte   Guido Dust, Business Development Manager bei der Axa …
27.04.2018VWheute
Lebens­ver­si­che­rungen: Run-Off wegen gefähr­li­cher Staats­an­leihen? Eine ganze Reihe kleiner und großer Lebensversicherer denken über einen …
Lebens­ver­si­che­rungen: Run-Off wegen gefähr­li­cher Staats­an­leihen?
Eine ganze Reihe kleiner und großer Lebensversicherer denken über einen Run-Off nach. Dabei wird vor allem der externe Run-Off favorisiert. Nach Meinung von Experten könnte eine Motivation für die Trennung …
11.07.2017VWheute
Heise: Gute Regu­lie­rung schützt nicht vor Kredit­blasen Die Einstufung von Staatsanleihen als unbedenklich findet Michael Heise bedenklich. Der …
Heise: Gute Regu­lie­rung schützt nicht vor Kredit­blasen
Die Einstufung von Staatsanleihen als unbedenklich findet Michael Heise bedenklich. Der Chefvolkswirt der Allianz sieht die Gefahr einer Destabilisierung von Staatsfinanzen. Weiterhin sieht er die "expansive Geldpolitik" …
Weiter