Politik & Regulierung

Brüssel will Kampf gegen Cyberkriminalität ausweiten

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Brüssel will mit vereinten Kräften gegen die zunehmenden Gefahren von Cyberkriminalität für die europäische Wirtschaft vorgehen. Aus diesem Grunde hat die EU-Kommission am Dienstag einen Vorschlag für eine stärkere grenzüberschreitende Zusammenarbeit und stärkeren Informationsaustausch sowie Ausbildungs- und Weiterbildungsmaßnahmen sowie die Bildung von Privat Public Partnership Projekten (PPP), vorgelegt.
Der Diebstahl von Handelsverträgen, Firmengeheimnissen und Geschäftsdaten via Cyberattacken im Internet schädigt die europäische Wirtschaft nach Schätzungen der EU-Kommission jährlich mit mehr als 100 Milliarden Euro. Unter den europäischen Firmen räumten 80 Prozent in einer jüngsten EU-Umfrage ein, dass sie bereits von Cyberattacken betroffen waren. Die Zahl von Hackerangriffen auf Geschäftsdaten sowie kritischen Infrastrukturen in der Energieversorgung, dem Transportsektor oder bei Behörden, Banken und Versicherungen hat weltweit um 38 Prozent im Jahre 2015 gegenüber dem Vorjahr zugenommen.
Die Initiative der EU-Kommission zielt darauf ab, dass die weitgehend im Dunkeln liegenden kriminellen Machenschaften durch grenzübergreifende Kooperation zwischen den Mitgliedstaaten, einzelnen Industriesektoren sowie mittels PPP-Projekten durch besseren Informationsaustausch transparenter gemacht und wirksamer bekämpft werden. Die EU-Kommission will prüfen, ob eine Standardisierung von IT-Software und Services auf europäischer Ebene hilfreich ist, um vor allem kleine und mittlere Unternehmen, die immer stärker in den Fokus von Cyberattacken geraten, besser zu schützen.
Die im Jahre 2013 gestartete EU-Cybersecurity Initiative soll durch flankierende Maßnahmen der Europäischen Agentur für Netzwerk- und Informationssicherheit (Enisa) sowie dem bei Europol angesiedelten Europäischen Cybercrime Centre (EC3) besser koordiniert werden. Derzeit unterstützt das EU-Forschungsrahmenprogramm bereits Technologien wie biometrische Erkennung, Verschlüsselung von Softwaredaten oder Sicherung von online Handel durch Forschungsprojekte mit über 30 Mio. Euro. Die Industrie ist aufgefordert , gemeinsam mit öffentlichen Trägern in den EU-Staaten das Engagement jährlich auf über 100 Millionen zu steigern. Der Aufwand für Cybersecurity wird ab 2019 auf jährlich bis zu sechs Mrd. Euro und einer erforderlichen Humanpower von über einer Million IT-Spezialisten geschätzt. (taf)
Bildquelle: Ugaldew / sxc
Cyberattacken
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