Schlaglicht

Die letzten Tage der Menschheit im Vertrieb?

Von Rafael KurzTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Zu streng will Felix Hufeld Start-ups offenbar nicht kontrollieren. "Dinge müssen erst einmal entstehen", sagt der Bafin-Chef. Höchste Zeit also für Versicherer, in den Angriffsmodus zu wechseln. Denn die Roboter sind überall, warnt Wirtschaftswissenschaftler Christian Rieck. Er hat schlechte Nachrichten für den Vertrieb: "Was irgendwie nach Routine aussieht, wird automatisiert, und zwar auch im direkten Kontakt mit den Kunden."
Seine These, die er gestern bei der Bafin-Tech in Frankfurt mit Banken, Fintechs und Versicherungsaufsicht diskutiert hat: Versicherer sollten Tochtergesellschaften gründen, um mit neuen Ideen zu experimentieren. "Es entsteht neue Arbeit, die wir uns noch gar nicht vorstellen können", sagt Rieck. "Wann immer es um das Verstehen der Wünsche von Menschen geht, dann liegen Menschen besser im Rennen als Roboter." (siehe DOSSIER)
Dass die Aufsicht die Neuen ernst nimmt und dort ernsthaft Potenzial sieht, macht Felix Hufeld klar. "Von der Garage zu Google, das ist absolut vorstellbar." Er ist überzeugt davon, dass Fintechs die Artenvielfalt erhöhen.
Der AGV-Geschäftsführer Michael Niebler hält apokalyptischen Visionen mit weitgehend automatisiertem Versicherungsgeschäft entgegen, dass neue Stabsfunktionen geschaffen und Kapazitäten bei Spezialisten, Fachkräften und Akademikern oftmals ausgebaut werden. Der Arbeitgebervertreter sieht den jährlichen Personalabbau bei im Schnitt eineinhalb Prozent. An der Transformation der Arbeit werde bereits gearbeitet. Als Beleg führt Niebler die überdurchschnittliche Weiterbildungsrate an. (ku)
Bildquelle: Fotolia
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Weitere Themen im Blick von VWheute:

Die DEVK will sich an einer erneuten Preisrunde in der gerade wieder profitabel gewordenen Kraftfahrtversicherung nicht beteiligen. "Wir sehen die Gefahr, dass der ein oder andere Marktteilnehmer wieder die Beitragsschraube dreht, um sich Geschäft zuzukaufen. Es ist aber nicht unsere Politik, auf Teufel komm’ raus Geschäft zu kaufen. Mit einer Combined Ratio von marktweit 98 Prozent sind die Spielräume für Preisnachlässe nicht gegeben", sagt DEVK-Chef Gottfried Rüßmann.
Die großen Chinesischen Versicherer, die in den letzten Jahren in Büroimmobilien in London investiert haben, wirken nach dem Brexit gelassen. Einige Schwierigkeiten muss offenbar die chinesische Notenbank überwinden, die auf London als einen der wichtigsten Finanzplätze gesetzt hat und für China zum zweitwichtigsten Abrechnungszentrum geworden ist.
Wie wirkt im Rahmen des Lebensversicherungs-Reformgesetzes (LVRG) in Bezug auf den Ausweis der Effektivkosten? Dieser Frage sind das Deutsche Institut für Altersvorsorge (DIA) und das ITA Institut für Transparenz nach einer ersten Untersuchung erneut nachgegangen. DIA-Sprecher Klaus Morgenstern und ITA-Studienautor Mark Ortmann zogen eine eher ernüchternde Bilanz, weil der Gesetzgeber klare Vorgaben versäumt habe. Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) konnte aber durch Berechnungsvorgaben gute Ergebnisse erreichen.
Felix Hufeld · Christian Rieck
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