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Brexit: Chinesische Versicherer suchen neue Konzepte

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Die großen Chinesischen Versicherer, die in den letzten Jahren in Büroimmobilien in London investiert haben, wirken nach dem Brexit gelassen. Einige Schwierigkeiten muss offenbar die chinesische Notenbank überwinden, die auf London als einen der wichtigsten Finanzplätze gesetzt hat und für China zum zweitwichtigsten Abrechnungszentrum geworden ist. Planungen sehen nun stärkere Investitionen in Frankfurt und Luxemburg vor.
Da Immobilien-Investitionen von Anfang an als strategische und langfristige Projekte geplant wurden, bereitet der Brexit chinesischen Versicherern offenbar keine Sorgen. Die chinesische Notenbank, die seit jeher auf London als einen der wichtigsten Finanzplätze gesetzt und vor Jahren ihr Clearing Center für die chinesische Währung Renminbi dort angesiedelt hat, muss jedoch kleinere Stolpersteine aus dem Weg räumen. Mit einer Clearingssumme von ca. 60 Mrd. Dollar pro Jahr ist London für China inzwischen zum zweitwichtigsten Abrechnungszentrum nach Hongkong geworden. Jetzt gibt man zu erkennen, mehr Investitionen in die bereits aufgebauten Clearingsinstitutionen in Frankfurt und Luxemburg tätigen zu wollen.
Gelassen sind offenbar auch die exportierenden Unternehmen. Statistiken zufolge hat China 2015 Waren von insgesamt 59,6 Mrd. US-Dollar nach Großbritannien ausgeführt. Importiert wurden 18,9 Mrd. US-Dollar. Da nach dem Referendum der Wechselkurs von Renminbi gegenüber dem Dollar deutlich gefallen ist, rechnen chinesische Unternehmen sogar mit einem Vorteil für ihr Exportgeschäft.
Etwas Sorgen haben die Unternehmen, die in Großbritannien investiert und ihre EU-Hauptquartiere dort eingerichtet haben. Viele davon betrachteten die Inselstaatengemeinschaft bisher als eine Art Brückenkopf für ihre Expansion in andere EU-Länder. Jetzt fürchten sie mögliche Einschränkungen für ihre EU-Tätigkeiten. Einer der weltweit größten Technologieunternehmen Huawei mit derzeit 1.100 Mitarbeiter in Großbritannien, hat 2012 zugesagt, innerhalb von fünf Jahren 2 Mrd. US-Dollar in England zu investieren. Huawei kündigte an, die Folgen des Brexits genau zu beobachten.
Nach Statistiken von Dealogic haben Unternehmen aus dem Reich der Mitte in Großbritannien bereits in diesem Jahr mit ca. 3,6 Mrd. US-Dollar deutlich mehr Geld für Fusionen und Übernahmen als im vergangenen Jahr ausgegeben (2015: 2,8 Mrd. US-Dollar). Jetzt müssen chinesische Investoren, die langfristig in der europäischen Union Fuß fassen wollen, anscheinend ihre Konzepte neu überdenken. Sie halten jetzt eher Ausschau in Deutschland und Frankreich. (hy)
Bildquelle: Kurt Guenther / pixelio.de
China · Brexit
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