Politik & Regulierung

Ausweis der Effektivkosten bei Rentenversicherungen ungenügend

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Wie wirkt im Rahmen des Lebensversicherungs-Reformgesetzes (LVRG) in Bezug auf den Ausweis der Effektivkosten? Dieser Frage sind das Deutsche Institut für Altersvorsorge (DIA) und das ITA Institut für Transparenz nach einer ersten Untersuchung erneut nachgegangen. DIA-Sprecher Klaus Morgenstern und ITA-Studienautor Mark Ortmann zogen eine eher ernüchternde Bilanz, weil der Gesetzgeber klare Vorgaben versäumt habe. Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) konnte aber durch Berechnungsvorgaben gute Ergebnisse erreichen.
Seit dem 1. Januar 2015 sind die Anbieter von privaten Rentenversicherungen verpflichtet die Effektivkosten auszuweisen. Eine erste Untersuchung aus dem Jahr 2015 hatte bereits festgestellt, dass der Ausweis der Effektivkosten, der ja Vergleichbarkeit unter den verschiedenen Anbietern schaffen soll, unbrauchbar gewesen sei, da jeder für sich gerechnet habe. Jetzt habe sich gezeigt, dass sich die Transparenz von Rentenversicherungen im vergangenen Jahr sogar noch verschlechtert haben, erklärten Morgenstern und Ortmann in Berlin.
Immerhin habe der GDV im Oktober 2015 den Versicherern eine Hilfe für die Berechnung angeboten, die offenkundig auch von einigen Unternehmen angewandt worden seinen. Dadurch hätten sich die Effektivkosten verändert, was den Verbraucher aber ratlos zurücklasse, warum sie diese geändert haben. Allerdings haben sich die vom Analysehaus Morgan und Morgan berechneten Effektivkosten etwa für klassische Riester-Rentenversicherungen und die von den Unternehmen angegeben Daten deutlich angenähert. Nur habe auch Morgan und Morgan seine Berechnungsmethodik angepasst.
Hoffnungen setzen Morgenstern und Ortmann auf den von der Produktinformationsstelle Altersvorsorge (PIA) entwickelten neuen Berechnungsstandard für die Effektivkosten und auf das gleichfalls angekündigte einheitliche Produktinformationsblatt (PIB). Dieser Standard sei bereits veröffentlich worden und sei für Riester- und Basisrenten verpflichtend. "So lange dieser Standard nicht gilt, ist die Suche nach einem kostengünstigen Altersvorsorgeprodukt Navigation im Blindflug", sagte Morgenstern. Man könne dann aber nur hoffen, dass die Anbieter von ungeförderten Rentenversicherungen das gleiche Berechnungsverfahren freiwillig anwenden würden.
Nach der neuen stichprobenartigen Untersuchung (25 Privatrenten-Anbieter mit 25 Tarifen und 18 Riester-Anbietern mit 26 Tarifen) ergaben sich keine Veränderungen bei den Abschlusskosten. 2015 war noch ein Rückgang um 28,6 Prozent und bei klassischen Riester-Rente um 25,5 Prozent festgestellt worden. (brs)
Bild: Mark Ortmann (Quelle: ITA)
DIA · Mark Ortmann · Klaus Morgenstern
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