Unternehmen & Management

Provinzial: Eine Fusion, die Sinn machen würde

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Bisher sorgten stets Großaktionäre mit ihren Gedankenspielen über Fusionsmöglichkeiten für Unruhe. Jetzt aber sollen die Vorstände das Heft in die Hand genommen haben. Sie werden als Urheber der an die Öffentlichkeit gedrungenen Überlegungen des "blitzartiges" Zusammengehen des Provinzial NordWest Konzerns mit Sitz in Münster und des Provinzial Rheinland Konzerns mit seiner Hauptverwaltung in Düsseldorf genannt.
Damit bekommt eine Aussage des 54-jährigen Vorstandschefs der Provinzial NordWest, Wolfgang Breuer- zuvor Vorstand der Württembergischen Versicherung AG und der Württembergischen Lebensversicherung AG - im Business-Magazin Versicherungswirtschaft 7/16, eine aktuelle Bedeutung: Er räumt ein, dass die Rahmenbedingungen, unter denen die Eigentümer der Provinzial arbeiten und wirtschaften, "komplex und herausfordernd" seien. Notwendige Veränderungen würden an den Grenzen des Geschäftsgebietes nicht haltmachen. Breuer wörtlich: "Insofern können wir vor den Realitäten nicht die Augen verschließen."
Die Niedrigzinsphase kostete den Versicherer jedes Jahr rund 80 Mio. Euro Ertragspotenzial. Hinzu kämen hohe Investitionen in die Digitalisierung, weil davon nicht nur die IT betroffen sei, sondern auch Produkte, Vertriebe und Verwaltung. Um das alles zu bündeln wurde das konzernweite Programm "NordWest 2018 – Stark für unsere Regionen" aufgesetzt.
Auch die Provinzial Rheinland hat ein auf drei Jahre angelegtes Zukunftsprojekt "Plan P" gestartet. "Damit werden wir vor allem auf die weiter zunehmende Digitalisierung und das sich ändernde Kundenverhalten eingehen", schreibt Vorstandschef Walter Tesarczyk (60), seit dem 1. Januar 2013 Vorstandsvorsitzender - zuvor Vorstand bei der Allianz - im Geschäftsbericht 2015.
Beste Voraussetzungen also für mehr? - Eine Fusion würde durchaus Sinn machen, weil beide Konzerne in sich ergänzenden, recht genau abgegrenzten Regionen tätig sind. NordWest steht für Westfalen-Lippe, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Hamburg, während Rheinland sich auf das restliche Nordrhein-Westfalen, vor allem die Großbereiche Köln und Düsseldorf, den Landschaftsverband Rheinland, Rheinland-Pfalz sowie auf die Lippische Landesbrandversicherungsanstalt (Detmold) konzentriert.
Zusammen erreichen die beiden zum Sparkassenverbund gehörenden Gruppen Beitragseinnahmen von insgesamt rund 6,8 Mrd. Euro sowie Kapitalanlagen von 40 Mrd. Euro. Sie würden mit insgesamt ca. 16 Millionen Verträgen damit in den Olymp der größten deutschen Versicherungskonzerne aufsteigen. Ganz zu schweigen von möglichen Synergieeffekten, die den Druck auf die Kosten mildern helfen  würden. Für beide Probanden arbeiten über 5.800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (NordWest: 3165, Rheinland 2640). Man darf auf weitere News aus beiden Häusern gespannt sein. (wo)
Bild: Wolfgang Breuer, Vorstandschef der Provinzial NordWest (Quelle: Provinzial NordWest)
Provinzial · Provinzial Nordwest · Provinzial Rheinland
Auch interessant
Zurück
22.01.2019VWheute
SPD-Finanz­spre­cher Binding: "Ein gänz­lich dere­gu­lierter Markt würde versagen" Wir stellen uns das Unvorstellbare vor: Es gibt keine Versicherunge…
SPD-Finanz­spre­cher Binding: "Ein gänz­lich dere­gu­lierter Markt würde versagen"
Wir stellen uns das Unvorstellbare vor: Es gibt keine Versicherungen. Es gibt keine Möglichkeit mein individuelles Risiko irgendwie mit der Gemeinschaft zu teilen sowie jedes Mitglied der …
14.01.2019VWheute
Marke­ting­leiter Hanno­ver­sche: Natür­lich kenne ich einige nega­tive Beispiele von Werbung Werbekampagnen gelten gerade für größere …
Marke­ting­leiter Hanno­ver­sche: Natür­lich kenne ich einige nega­tive Beispiele von Werbung
Werbekampagnen gelten gerade für größere Unternehmen als kluge Ergänzung im Dialog mit den Stakeholdern. Es geht darum, einer Marke ein Gesicht zu geben und das jeweilige …
23.11.2018VWheute
Deutsch­land­chef Liverani vertei­digt den Run-off der Gene­rali Leben Giovanni Liverani, CEO der Generali Deutschland, ist sich sicher alles …
Deutsch­land­chef Liverani vertei­digt den Run-off der Gene­rali Leben
Giovanni Liverani, CEO der Generali Deutschland, ist sich sicher alles richtig gemacht zu haben. Der Verkauf von 90 Prozent seiner Lebensversicherungs-Tochter an Viridium sei eine verantwortungsvolle …
30.10.2018VWheute
Provin­zial Fusion rückt immer näher Es ist wohl nur noch eine Frage (kurzer) Zeit, bis der Zusammenschluss kommen wird. Aktuell haben nach einer …
Provin­zial Fusion rückt immer näher
Es ist wohl nur noch eine Frage (kurzer) Zeit, bis der Zusammenschluss kommen wird. Aktuell haben nach einer Entscheidung des Landschaftsverbands Rheinland (LVR) alle sieben Anteilseigner der beiden öffentlich-rechtlichen Versicherungsgruppen …
Weiter