Köpfe & Positionen

Makler-Vertrieb entwickelt sich zum Risiko-Coaching

Von Rafael KurzTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Die Zusammenarbeit zwischen Versicherern und Maklern muss sich noch weiter verbessern, insbesondere, was die Digitalisierung der Vorgänge betrifft. Davon sind Thomas Abel und Anja Funk-Münchmeyer von der Funk-Gruppe überzeugt. Im Interview mit VWheute erläutern Sie aktuelle und künftige Herausforderungen im Maklergeschäft und innovative Ansätze.
VWheute: Wie gehen Sie die Herausforderungen als Deutschlands größter inhabergeführter Makler an?
Anja Funk-Münchmeyer: Innovationen sind bei uns ein Thema von hoher Relevanz. Zentraler Treiber von Innovationen für uns ist immer der Bedarf des Kunden. Das beginnt bei innovativen und kundenspezifischen Deckungskonzepten. Wir haben eigens unseren Bereich Business Development geschaffen, dessen Aufgabe die planmäßige, strukturierte und marktorientierte die Weiterentwicklung unserer Produkte und Dienstleistungen ist.
Mit unserem neuen Deckungskonzept Funk Cyber Secure haben wir gerade für das allseits im Fokus stehende Risiko genau dies gemacht. Ein modulares, auf die Bedürfnisse des Kunden abgestimmtes Wording, das innovative Deckungselemente enthält. Sicherlich geht es auch darum, welchen Service wir dem Kunden anbieten, etwa wenn wir beim Cyber-Risiko mit unseren Kunden eine detaillierte Analyse durchführen, um ein gemeinsames Risikoverständnis herzustellen.
Thomas Abel: Auch neue digitale Vertriebskanäle sind für uns natürlich ein Thema, welches intensiv beobachtet wird. Im komplexen Industrieversicherungsgeschäft wird der personenbezogene Maklervertrieb nach unserer Einschätzung bestehen bleiben und sich mit neuen Analyse-Tools zu einem "Risiko-Coaching" für Unternehmen entwickeln.
Risikolösungen stehen nicht immer allein, sondern werden von begleitenden Dienstleistungen arrondiert, die teilweise IT-gestützt sind oder den Prozess vereinfachen. Diese Form der Weiterentwicklung resultiert aus unserem ganzheitlichen Beratungsansatz. Mit diversen digitalen Lösungen stellen wir uns den Anforderungen des Marktes: sowohl im Risikomanagement mit unterschiedlichen Softwarelösungen, die etwa beim Aufbau von Risikomanagement-Systemen unterstützen oder die Abhängigkeiten von anderen Marktteilnehmern in der Wertschöpfungskette transparent machen, als auch in der Schadenabwicklung z.B. in der Immobilienbranche. Ferner bieten wir unseren Kunden unterschiedliche Portallösungen, beginnend bei unserem Kundenportal „Mein Funk“, über maßgeschneiderte Portallösungen im Bereich der betrieblichen Altersvorsorge bis hin zu kundenspezifischen Online-Portalen, die wir unseren Kunden für die privaten Versicherungslösungen ihrer Mitarbeiter zur Verfügung stellen können.
VWheute: Werden konventionelle Versicherungsmakler aktuell von Insuretechs überrollt?
Thomas Abel: Insurtechs sind derzeit in aller Munde. Bisher sind sie nach unserer Beobachtung eher im standardisierbaren Privatkunden-Segment aktiv. So ist die Maklerschaft insgesamt gefordert, den Trend der Digitalisierung in geeigneter Form – auch vor dem Hintergrund der Unternehmensphilosophie – auf das eigene Unternehmen zu übertragen. Für uns stehen dabei neben Effizienz Werte wie Verlässlichkeit, Flexibilität und Vertrauen im besonderen Fokus.
VWheute: Wo müssen Versicherer in Ihren Augen handeln?
Thomas Abel: Für uns als Interessenvertreter der Kunden spielt die Risikobereitschaft der Versicherer eine große Rolle. Versicherer kommen hier über den Risikoausgleich einer Vielzahl von gezeichneten Risiken historisch aus der Position der Stärke. Flexibilität für innovative Deckungskonzepte und deren schnelle Umsetzung auch auf Seiten der Versicherer sind für unsere Kunden wichtig.
Desweiteren sollte sich die Zusammenarbeit zwischen Versicherern und Maklern noch weiter verbessern, insbesondere, was die Digitalisierung der Vorgänge betrifft. Es ist wichtig, dass die Betreuung von Kunden hier effizient ablaufen kann.
VWheute:Welche Ideen und Konzepte aus Insurance & Innovation werden Sie übernehmen bzw. haben Sie bereits implementiert?
Anja Funk-Münchmeyer: Wir sind im diesjährigen Jahrbuch selbst mit innovativen Ansätzen wie „Total-Cost-of-Insurance“ und „Insurance 4.0“ als Antizipation von Industrie 4.0 („Internet der Dinge“) in der Produktionswirtschaft vertreten (siehe DOSSIER). Darüber hinaus stellt unser Kunde LEONI eLearning-Lösungen vor, die wir auch anderen Kunden von Funk im Bereich der Produkthaftung anbieten.
Die Fragen stellte VWheute-Redakteur Rafael Kurz.
Bild: Anja Funk-Münchmeyer (l.) und Thomas Abel (r.) gehören zur Geschäftsleitung der Funk-Gruppe und sind Mitherausgeber von Insurance & Innovation 2016. (Quelle: Funk-Gruppe)
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