Köpfe & Positionen

"Dynamische Entwicklung bei nachhaltigen Geldanlagen"

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
"Der nachhaltige Anlagemarkt 2015 ist in Deutschland um sieben Prozent auf knapp 137 Mrd. Euro angewachsen", konstatiert Volker Weber, Chef des Forums Nachhaltige Geldanlagen (FNG). Wichtig bei nachhaltigen Geldanlagen seien "der Dreiklang der Bereiche Soziales, Umwelt und Gute Unternehmensführung beziehungsweise Governance und Anlagen, bei denen lediglich einzelne Kriterien Anwendung finden".
VWheute: Was verstehen Sie unter nachhaltiger Geldanlage?
Volker Weber: Generell gibt es für Geldanlagen mit ökologischen, ethischen, sozialen Aspekten eine Vielzahl von Bezeichnungen: Grünes Geld, Green Money, Social Investment, Ethisches Investment, ethische Geldanlage, sustainable Investments, Socially Responsible Investment, Sustainable and Responsible Investment und eben nachhaltige Geldanlagen. Nachhaltige Geldanlagen verstehen wir dabei als die allgemeine Bezeichnung für nachhaltiges, verantwortliches, ethisches, soziales, ökologisches Investment und alle anderen Anlageprozesse, die in ihre Finanzanalyse den Einfluss von ESG (Umwelt, Soziales und Governance)-, also Nachhaltigkeits-Kriterien einbeziehen. Es beinhaltet auch eine explizite schriftlich formulierte Anlagepolitik zur Nutzung von ESG-Kriterien.
VWheute: Wie hat sich das Thema Nachhaltigkeit in den letzten Jahren entwickelt? Welche Rolle spielt es heute – gefühlt schreibt sich das ja mittlerweile jedes Unternehmen auf die Fahne?
Volker Weber: Speziell mit Blick auf nachhaltige Geldanlagen konnten wir in den letzten Jahren eine sehr dynamische Entwicklung erleben. Der nachhaltige Anlagemarkt 2015 ist in Deutschland um sieben Prozent auf knapp 137 Mrd. Euro angewachsen. Werden ausschließlich nachhaltige Investmentfonds und Mandate betrachtet, liegt das Plus sogar bei 31 Prozent.
In unseren Markterhebungen berücksichtigen wir Anlagen, bei denen beispielsweise folgende Strategien angewendet werden: Ausschlusskriterien, die Integration von Nachhaltigkeitskriterien in die Finanzanalyse, die Nutzung von Unternehmensdialogen für das Thema Nachhaltigkeit – das so genannte Engagement, oder auch den Best-in-Class-Ansatz, bei dem basierend auf Nachhaltigkeitskriterien in die besten Unternehmen einer Branche, Kategorie oder Klasse investiert wird.
VWheute: Worauf kommt es bei nachhaltigen Geldanlagen vor allem an?
Volker Weber: Wichtig ist der Dreiklang der Bereiche Soziales, Umwelt und Gute Unternehmensführung beziehungsweise Governance. Anlagen, bei denen lediglich einzelne Kriterien Anwendung finden, bezeichnen wir als verantwortliche Investments. Dieser Bereich ist sehr viel größer als das Segment der nachhaltigen Geldanlagen.
Er summierte sich 2015 auf 1,8 Bio. Euro. Wir sehen es als positive Entwicklung, dass immer mehr Anbieter im Bereich der nachhaltigen und verantwortlichen Investments aktiv sind. Am aktuellen FNG-Marktbericht haben sich allein aus Deutschland 46 Finanzakteure beteiligt. Diese Entwicklung kommt privaten wie institutionellen Anlegern zugute.
Denn Sie erhalten mit nachhaltigen Geldanlagen die Möglichkeit, neben finanziellen Aspekten ebenso ihre ethischen Vorstellungen mit einbringen zu können. Zum anderen setzt sich in der Branche sowie in der Wissenschaft zunehmend die Einschätzung durch, dass soziale, ökologische und governance-bezogene Kriterien auch für Risikoanalysen von Investments unverzichtbar sind.
Die Fragen stellte VWheute-Korrespondent Sascha Schulz.
Das vollständige Interview lesen Sie in der aktuellen Ausgabe des Businessmagazins Value.
Bild: Volker Weber (Quelle: FNG)
FNG
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