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Allianz: Digitale Anwendung muss aufs Smartphone passen

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Voll aufs Smartphone setzt Deutschlands größter Versicherer. Die Allianz sieht hier die Zukunft für neuen Kundenservice. "Alles muss auf dem Smartphone funktionieren, sonst bauen wir es nicht mehr", sagte Manfred Knof, Vorstandvorsitzender der Allianz Deutschland, auf der MCC-Tagung "Insurance Today and Tomorrow" in Düsseldorf. Als Beispiel nannte Knof den neuen Telematik-Tarif "BonusDrive".
Der Tarif läuft auf dem Smartphone und nutzt weitere Hardware, entweder den Unfallmeldedienst-Stecker des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) oder ein bordeigenes Multimedia-System nur noch als Starthilfe. Das Bluetooth-System signalisiert der Allianz-Telematik-App, dass man im richtigen Fahrzeug sitzt und die Fahrt aufgezeichnet werden soll.
Künftig will die Allianz nur noch auf reine Smartphone-Apps setzen. Diese Idee sieht auch Klaus-Jürgen Heitmann, Vorstandsmitglied der HUK-Coburg Versicherungsgruppe als "naheliegend" an. Noch sei man aber bei der HUK-Coburg nicht so weit. Zudem setzt man beim neuen Telematiktarif, der im dritten Quartal jungen Autofahrern angeboten wird, auf eine im Fahrzeug fest installierte Box. "Wir wollen die Fahrdaten möglichst sicher ermitteln", so Heitmann. Derzeit liefen letzte Crashtest für den neuen Tarif.
Insgesamt sehen die Versicherer die Digitalisierung als existenzielle Bedrohung an. So würden die Kernpfeiler des Assekuranzgeschäfts, die Kundenschnittstelle und die Datenkompetenz angegriffen. Gemeinsames Fazit einer Podiumsdiskussion war zudem, dass die Versicherer noch viel stärker als bisher Serviceangeboten aus Sicht des Kunden anbieten müssen.
Ein hohes Bedrohungspotenzial ginge von kleinen Start-ups aus, die Lebensbereiche wie Mobilität oder Gesundheit mit Angeboten besetzen und Versicherungen zusätzlich verkaufen. Die Versicherer müssen zudem in der Entwicklung neuer Angebote deutlich schneller werden. "Wir testen heute in der Produktentwicklung direkt mit 200 Kunden", erläuterte Knof. Für den Kundenkontakt würde die Suche nach Vermittlern durch die starke Verquickung mit sozialen Medien unterstützt.
Die Allianz hat mittlerweile Spezialisten aufgebaut, die etwa über eine Videokonferenz den lokalen Vermittler direkt unterstützen können. Zudem würden in großem Umfang Hierarchien abgebaut, um beim Entscheidungsprozess agiler und schneller zu werden. "Wir müssen vor allem unsere Relevanz erhöhen", betonte Heitmann. Das Unternehmen will sich künftig als Versicherer und "All-in-Player" aufstellen. Dazu gehört der direkte Verkauf von Ersatzteilen und Serviceleistungen rund um das Auto innerhalb des eigenen Werkstattnetzes. So soll "Mehrwert", "Sichtbarkeit" und "Kontaktfrequenz" erhöht werden.
Für ausländische Märkte, etwa für Brasilien, hat die Talanx International AG ein kundenorientiertes Pricing-System entwickelt. Nach Aussage von Torsten Leue, Chief Executive Officer, würde das System zu einem radikalen Wandel herkömmlicher Strukturen führen. Die Prämie für Kunden in Brasilien könnten beispielweise sekündlich neu berechnet werden. (usk)
Bild: Manfred Knof, Vorstandschef der Allianz Deutschland (Quelle: Allianz)
Allianz · Telematik
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