Schlaglicht

Ergo: Aufarbeitung der Sex-Party "nicht mehr sinnvoll"

Von Rafael KurzTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Vor fünf Jahren bezifferte die Ergo allein den Imageschaden der Budapest-Reise auf 50 Millionen Euro. Man wollte auch die genauen Verluste durch den Abgang des Werbepartners Jürgen Klopp nachreichen. Fünf Jahre später, vier Wochen vor Prozessauftakt ist in Düsseldorf offenbar "kein noch ins Gewicht fallender kompensationsfähiger Schaden im Strafverfahren zu berücksichtigen".
"Der Reputationsschaden ist schwerlich bezifferbar", bestätigt Unternehmenssprecherin Uta Apel gegenüber dem Handelsblatt. Auch wenn der einst Geschädigte - die Ergo - nicht mehr will, die Staatsanwaltschaft besteht auf dem Prozess. 2011 hatte das Unternehmen allein den Imageschaden auf 50 Mio. Euro beziffert - die ebenso teure Werbekampagne durch den Sex-Skandal "neutralisiert und entwertet". Darüber hinaus bedeuteten auch die Aufwendungen für die Prostituierten im Rahmen der Incentive-Reise von bis zu 50.000 Euro einen Verstoß gegen die Einkaufs- und Vergaberichtlinie.
Als im vergangenen Jahr die Staatsanwaltschaft Fahrt aufnahm, blieben lediglich 52.000 Euro Schadenssumme übrig. Das Handelsblatt führt ein Schreiben einer Ergo-Anwältin aus dem vergangenen Oktober an, in dem eine strafrechtliche Aufarbeitung "nicht mehr sinnvoll" erscheine. Zwei von drei Angeklagten weigerten sich indes, den Freispruch zweiter Klasse anzunehmen - Bedingung dafür, dass auf einen Prozess tatsächlich verzichtet werden kann. Details der Lustreise nach Budapest werden jetzt wohl doch öffentlich verhandelt.
Markus Rieß, der Vorstandsvorsitzende der Ergo Gruppe, der auch für Compliance verantwortlich ist, hatte sich Anfang Juni bei der Vorstellung der neuen Strategie zum Thema nicht äußern wollen. (vwh/ku)
Auch interessant
Zurück
08.05.2019VWheute
Digi­tale Jagd­saison: Wie Aktuare Versi­che­rungs­bei­träge besser anpassen können und dabei höhere Margen erzielen (Spon­sored Post) Nach Lust und …
Digi­tale Jagd­saison: Wie Aktuare Versi­che­rungs­bei­träge besser anpassen können und dabei höhere Margen erzielen (Spon­sored Post)
Nach Lust und Laune scheinen Versicherer die Jahresprämien ihrer Policen in schöner Regelmäßigkeit zu erhöhen. Wenn der zweimal gefalzte Brief so…
11.04.2019VWheute
Wie Versi­cherer Meetings sinn­voll durch­führen Meetings sind für Angestellte häufig Zeitkiller und Kreativitätstöter in einem. Die Versicherer …
Wie Versi­cherer Meetings sinn­voll durch­führen
Meetings sind für Angestellte häufig Zeitkiller und Kreativitätstöter in einem. Die Versicherer steuern mittlerweile gezielt dagegen an. Immerhin geht es um erhebliche Effizienzvorteile – personal- wie finanzstrategisch.  &nbs…
20.03.2019VWheute
"Nicht mit jeder Über­nahme wird der gewünschte Effekt erzielt" Das Für und Wider einer Fusion zwischen Deutscher Bank und Commerzbank bestimmt dieser…
"Nicht mit jeder Über­nahme wird der gewünschte Effekt erzielt"
Das Für und Wider einer Fusion zwischen Deutscher Bank und Commerzbank bestimmt dieser Tage die Schlagzeilen der Wirtschaftszeitungen. Auch in der Versicherungsbranche  sind Fusionen durchaus nicht selten. …
11.03.2019VWheute
Politik und Aufsicht wollen das Tarif­partner Chancen des BSRG nutzen Es fehlt auch nach gut einem Jahr ein Pilotprojekt für das Tarifpartnermodell. …
Politik und Aufsicht wollen das Tarif­partner Chancen des BSRG nutzen
Es fehlt auch nach gut einem Jahr ein Pilotprojekt für das Tarifpartnermodell. Der Eberbacher Kreis, in dem sich Fachanwälte für die betriebliche Altersversorgung (bAV) zusammengeschlossen haben, hatten …
Weiter