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Fitch fürchtet Unwetterschäden in Milliardenhöhe

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Die Unwetter der vergangenen zwei Wochen haben nach Einschätzung der Ratingagentur Fitch wohl versicherte Schäden bis zu einer Mrd. Euro verursacht. Die meisten Schäden dürften nach Einschätzung der Experten vor allem auf die Gebäude-, Hausrat- und Kfz-Versicherer sowie in geringerem Umfang auf die Betriebsunterbrechnungsversicherung zukommen.
Nach Angaben von Fitch dürften von der Regulierung der Schäden besonders die öffentlichen Versicherer betroffen sein - allen voran die Versicherungskammer Bayern (VKB) und die SV Sparkassenversicherung, in deren Geschäftsgebiet die am stärksten betroffenen Regionen liegen. Demnach beziffert allein die VKB die Unwetterschäden auf etwa 60 Mio. Euro.
Davon entfallen allein 15 Mio. Euro auf "Elvira" und 45 Mio. Euro auf "Friederike", bestätigte ein VKB-Sprecher auf Anfrage von VWheute. Allein die Schäden in Simbach am Inn und Rottal am Inn beziffert die VKB auf etwa 25 Mio. Euro. Die wirtschaftlichen Schäden bezifferte Landrat Michael Fahmüller (CSU) auf mehr als eine Milliarde Euro geschätzt.
Während die SV Sparkassenversicherung nach einem Bericht des Handelsblatt mit einer Schadenhöhe im zweistelligen Millionenbereich rechnet, beziffert die Provinzial Rheinland die Unwetterschäden in Nordrhein-Westfalen auf rund 20 Mio. Euro. Wie der Versicherer mitteilt, gingen bislang etwa 4.800 Schadensmeldungen ein. Besonders betroffen waren dabei der Niederrhein, der Süden von Bonn mit Grafschaft und Wachtberg, sowie das Ahrtal.
Mit einem Schaden von etwa einer Mio. Euro durch "Elvira" und "Friedrike" rechnet zudem die Gartenbau-Versicherung. Nach Unternehmensangaben wurden dem Spartenversicherer bis dato 50 Schäden gemeldet, davon etwa 35 an Freilandkulturen. Neben der Überschwemmungsdauer und der betroffenen Pflanzenart werde das Ausmaß der Schäden zudem in den nächsten Tagen auch von der Witterung abhängen. Demnach rechnet der Spartenversicherer bei verdunstungsstarkem Wetter mit deutlich höheren Ausfällen als bei moderater Witterung.
Bayerns Finanzminister Markus Söder (CSU) kann sich derweil eine Versicherungspflicht bei Elementarschäden vorstellen. Nach dessen Vorstellungen sollen alle Bürger in eine Klimaversicherung einzahlen, so der Bayerische Rundfunk. Nutznießer wären nach Söders Plänen vor allem Hausbesitzer, deren Häuser von keiner privaten Versicherung mehr genommen werden.
"Es ist zu befürchten, dass immer weniger Verbraucher diese wichtige Police erhalten", ergänzen Andrea Heyer von der Verbraucherzentrale Sachsen und Axel Kleinlein vom Bund der Versicherten. "Wir erwarten mehr Ablehnungen, höhere Prämien und auch Kündigungen bestehender Verträge", wird Heyer im Handelsblatt zitiert. (vwh/td)
Bildquelle: Raphael Reischuk / pixelio.de
Fitch · Provinzial Rheinland · Gartenbau-Versicherung
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