Köpfe & Positionen

Heise: Auch "Kollateraleffekte berücksichtigen"

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) steht weiter in der Kritik. "In der Theorie sollten sinkende Zinsen und unbegrenztes Geldangebot der Zentralbank Konsum und Investitionen ankurbeln und damit die Inflation anfachen. In der Realität sind die Wirkungsketten äußerst brüchig", konstatiert Allianz-Chefvolkswirt Michael Heise.
"Wir beobachten, dass die Privathaushalte ihre Ersparnis auch bei Minizinsen nicht zurückfahren, da sie ihre Vermögensziele in Gefahr sehen. Wir sehen auch, dass Unternehmen, die vielfach noch mit hohen Schulden belastet sind und die die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen als unsicher ansehen, unabhängig vom Zinsniveau kaum Fremdkapital aufnehmen wollen", schreibt Heise in einem Gastbeitrag für die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ). Eine mögliche Folge aus Sicht des Experten: "Solche Verhaltensweisen können die Wirkungsweise der Geldpolitik erheblich ändern."
Zudem leuchte es nicht ein, "dass Preisniveaustabilität nur bei einer Inflationsrate von knapp zwei Prozent vorliegen soll. Wenn die Ölpreise einbrechen, ist eine Inflation von null keineswegs eine besorgniserregende Deflation, sondern die Folge eines erfreulichen Kaufkraftgewinns. Vorzuziehen wäre die Leitlinie, die bis 2003 für die EZB Gültigkeit hatte, nämlich die Inflation zwischen null und zwei Prozent zu halten", schreibt Heise weiter.
"Zweckmäßig wäre es auch, weniger stark auf Preisvergleiche zum Vorjahr abzustellen, die in der öffentlichen Debatte im Vordergrund stehen", fordert der Chefvolkswirt der Allianz. (vwh/td)
Bildquelle: Allianz-Chefvolkswirt Michael Heise (Quelle: Allianz)
EZB · Michael Heise
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