Unternehmen & Management

Im Schadenfall besser sein als Start-ups

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
"Die Differenzierung auf dem Versicherungsmarkt findet nicht über den Preis statt. Der Kern liegt in der Leistung im Schadenfall", unterstreicht Roland Oppermann, Vorstand der SV SparkassenVersicherung, auf dem Aon Benfield Markforum in Hamburg. Sein Unternehmen ist mit jährlichen Beitragseinnahmen von rund 515 Mio. Euro in der Sparte der Wohngebäudeversicherer eines der größten in Deutschland.
"Allein deshalb haben wir ein vitales Interesse an einem professionellen Schadenmanagement". Oppermann ist sicher, dass sich die Versicherungsbranche damit deutlich positiv von Start-up-Unternehmen abheben kann. Mit Hilfe einer Kooperation mit "Cedim", einer Forschungseinrichtung des Karlsruher Instituts für Technologie im Bereich des Katastrophenmanagements, habe man ein bestmögliches Verständnis des Naturgefahrenrisikos durch die Entwicklung von Risikomodellen erworben.
"Cedim" wurde eingerichtet, um natürliche und anthropogene Risiken besser zu verstehen, früher zu erkennen und besser bewältigen zu können. Gerade als Regionalversicherer benötige man im Hinblick auf lokal auftretende Erdbeben, aber auch für Hagel-Unwetter und Hochwasser-Gefahren eine postleitzahl-genaue Einschätzung der Risikolage. Auch "Katwarn", das Warn-und Informationssystem im Katastrophenfall, an dem sehr viele Kommunen beteiligt seien, finde große Zustimmung. Katwarn ist eine Service-App zur Übermittlung von Gefahren- und Katastrophenwarnungen innerhalb Deutschlands. Die App gewährleistet ortsbasierte Benachrichtigungen über Gefahrenmeldungen, wie Großbrände oder Extremwetter, und bietet dabei die Möglichkeit, sich immer für den aktuellen Standort und zusätzlich für weitere Orte informieren zu lassen.
Oppermann geht auch auf die schweren Unwetter der letzten Tage ein: "Nach den schweren Auswirkungen erwarten die Kunden eine schnelle Regulierung". Darauf sei sein Unternehmen eingestellt und habe ein Krisenszenario aufgelegt. "Wir vereinbaren sofort Kooperationspläne, zum Beispiel mit Handwerksverbänden. Notfallpläne für den Personaleinsatz vor Ort, gehörten ebenfalls zu den Sofortmaßnahmen, auf die der Versicherer vorbereitet sei. Als ausgesprochen innovativ bezeichnete Oppermann ein automatisiertes Schadenberechnungstool für Regulierer, das ab Mitte 2016 auch per Smartphone-App verfügbar sei. Die digitale Unterschrift des Kunden sowie die Auszahlung der Entschädigung per InterCard seien die wesentlichen Vorteile. (wo)
Bild: Roland Oppermann auf dem Aon Benfield Markforum in Hamburg (Quelle: wo)
SV · Start-Ups · Roland Oppermann
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