Schlaglicht

Trübe Aussichten vom Ergo-Turm

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Von VWheute-Redakteur Rafael Kurz. "Geben Sie mir noch etwas Zeit", entgegnet Ergo-Chef Markus Rieß im Fahrstuhl nach oben der ungeduldigen Journalistenschar. Klarheit bringt die Spitze indes nicht - vernebelt vorerst der Blick vom Ergo-Turm am Victoriaplatz in Düsseldorf, wo der Ergo-Chef dann zur Strategie spricht. Fit, digital und erfolgreich will Ergo bis 2021 sein.
Auf Zwischenstände will sich Markus Rieß nicht festlegen, über die Vergangenheit nicht sprechen. Eins wird aber klar: Rieß nimmt die Herausforderung ernst. In fünf Jahren sollen 500 Mio. verdient werden. Wie das? Ein neuer „Ergo Pure Digital Versicherer“ soll über Preis und Service die Spitze des Marktes angreifen. Und: Bei den Verwaltungskosten im Sachgeschäft will man unter die 30 Prozent (Marktschnitt: 25 Prozent), bei konstantem Umsatz. Aber: Das Leben-Geschäft kann auf absehbare Zeit keinen Gewinnbeitrag leisten. Komposit soll stärker wachsen als der Markt – ab 2019. Biometrieprodukte wie BU und die PKV laufen weiter.
Woher die eine Milliarde für die Restrukturierung nehmen, die bis 2021 fitte IT und schlanke Prozesse bringen soll? "Wir gehen davon aus, dass die Munich Re in den kommenden fünf Jahren keine Dividende von uns erwartet", sagt Rieß.
300 Mio. werden dieses Jahr investiert. 200 Mio. davon stellt man für die Kosten des Stellenabbaus zurück, der "möglichst einvernehmlich" erfolgen soll. Jede sechste Stelle soll wegfallen, aus 18 "dezentralen Standorten" will man sich zurückziehen (siehe UNTERNEHMEN).
Zeitgleich zum Pressegespräch "kaskadieren" die Ergo-Chefs jeweils vor Ort oder per Videokonferenz die Nachricht in die Mitarbeiterschaft, aktuell sind das noch 14.320 in Deutschland. Die journalistische Diskussion dreht sich um die Frage, wieviele in Köpfen oder Mitarbeiterkapazität (MAK) am Ende der Reise stehen, wenn netto 1.835 Arbeitsplätze gestrichen werden.
Wieder unten am Victoriaplatz sind die Aussichten auch trübe. Regenwetter.
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Weitere Themen im Blick von VWheute:

Die Gothaer rüstet sich für das digitale Zeitalter mit vielen Projekten, die an unterschiedlichen Prozessstufen ansetzen. "Wir haben die Strategie Gothaer 2020 nicht am Reißbrett alleine ausgearbeitet, sondern 2015 sehr intensiv mit den Mitarbeitern in vielen Projektgruppen", sagte Vorstandschef Karsten Eichmann auf der Bilanzpressekonferenz.
David Furtwängler, Deutschland-Chef der BNP Paribas Cardif, hat auf dem 8. Partner Symposium in Berlin vor mehr als 100 Teilnehmern sein neues Modell einer Customer Journey vorgestellt. Dabei sollen dem Kunden im Gespräch mit seinem Berater so früh wie möglich wichtige Fragen seines zukünftigen Versicherungsschutzes adressiert werden.
Betriebliche Altervorsorge (bAV) ist nach Einschätzung von Ralf Pispers genauso tauglich für Social Media wie andere Bereiche des täglichen Lebens. "Als bAV-Spezialist muss man sich mit den digitalen Kanälen auseinandersetzen – sonst macht es bald ein anderer", sagte der Geschäftsführer der .dotkomm GmbH beim "HDI bAV-Expertenforum 2016".
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