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Ergo startet "sanften" Run-off und streicht 1.800 Stellen

Von Rafael KurzTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Die Ergo schickt Ihre Klassik-Bestände in der Lebensversicherung in einen "sanften" Run-off. Vorstandschef Markus Rieß will hier insgesamt 6,5 Mio. Verträge und 1.000 Mitarbeiter in einer unternehmenseigenen "Kapsel" zusammenfassen. Darüber hinaus streicht der Versicherer 1.835 Stellen. Bis 2021 soll die Ergo Gruppe 500 Mio. Euro Jahresgewinn beitragen.
In die schwarzen Zahlen will Rieß hauptsächlich durch Kostensenkung und effizientere Prozesse kommen. Investitionen von einer Milliarde Euro stellt er Kosteneinsparungen von 540 Mio. Euro gegenüber. Den Umsatz will er dabei weitgehend konstant halten. Genaue Zahlen nannte er hier gestern nicht.
Das Neugeschäft in Schaden und Unfall soll jedoch spätestens ab 2019 stärker als der Marktschnitt wachsen, "zwischen zwei und vier Prozent", präzisierte Rieß gestern auf Nachfrage. Anders in der Lebensversicherung: "Die Abriebe in Leben durch die Klassik können nicht aufgewogen werden“, schränkt er die Erwartungen zu neuen Produkten ein.
Mit der unternehmenseigenen Run-off-Kapsel will der Ergo-Chef sich die strategische Option offenhalten, ab 2018 Bestände anderer Versicherer zu übernehmen. Den Großteil der Verträge im Run-off light machen aktuell die Victoria-Bestände aus, Run-off light, weil Neugeschäft noch über Dynamiken in Verträgen erfolgen kann. Die Ergo Lebensversicherung hat hier gut 5 Millionen Verträge, die Victoria Lebensversicherung eine gute Million und die Ergo Pensionskasse rund eine halbe Million in dieser Einheit. Insgesamt haben die drei Rechtsträger also ca. 6,5 Mio. Verträge. 1.000 Mitarbeiter haben hier eine Job-Garantie bis 2021.
"Es ist unvermeidlich, dass wir kostenseitig auf ein Niveau kommen, mit dem wir im Wettbewerb mitspielen können", erklärt Markus Rieß. "Wir sparen und investieren gleichzeitig", sagt der Vorstandschef, der zugleich ausdrücklich betont, zu seinem Antritt ein Unternehmen mit starker Position in Deutschland übernommen zu haben, die "unter ihren Möglichkeiten" performt. Die Verwaltungskosten hat er im Visier. Die aktuelle Quote, die er mit 33 bis 34 Prozent veranschlagt, will er auf "unter 30 Prozent" senken.
Weitere Baustellen: Digitale Infrastruktur und die Ausschließlichkeitsorganisation mit dem Strukturvertrieb Ergo Pro. "Wir leisten uns heute mehrere Vertriebsorganisationen", stellt er hier fest. Der Rückzug aus der Klassik auch in der betrieblichen Altersversorgung steht ebenfalls auf der Agenda sowie die Internationalisierung des Geschäftes. Ob hier die aktuelle Strategie, sich auf Märkte in Osteuropa und Südostasien zu konzentrieren Bestand hat, will Rieß im Herbst erläutern. (ku)
Bild: Pressegespräch bei der Ergo (Quelle: ku)
Ergo · Markus Rieß
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