Politik & Regulierung

Sparer fürchten "Anlage-Notstand"

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Die Null-Zins-Phase an den Finanzmärkten macht derzeit nicht nur den Versicherern zu schaffen. Laut einer Umfrage der Unternehmensberatung Prophet fühlen sich fast zwei Drittel der Bundesbürger von den Banken in ihrem "Anlage-Notstand" allein gelassen. Gleichzeitig misstrauen sogar 82 Prozent der Befragten insgesamt den Anlageempfehlungen der Banken und Vermögensberater.
Nach Ansicht von 89 Prozent der Befragten sollten die klassischen Banken zudem die Bedürfnisse der Kunden stärker berücksichtigen. Dazu gehörten auch neue Produkte und Lösungen in der aktuellen Null-Zins-Phase. Gleichzeitig seien einfache und transparente Anlagelösungen ohne hohe Provisionen und Kosten gefragt, wie diese zunehmend von Fintechs angeboten werden, so die Umfrage weiter.
"Die Null-Zins-Phase selbst, können die Banken natürlich nicht lösen, haben sie aber zu weiten Teilen verursacht. Und jetzt werden sie von Ihren Versäumnissen in der Vergangenheit eingeholt", bewertet Prophet-Partner Felix Stöckle die Umfrage-Ergebnisse. "Sie haben sich in der Vergangenheit mehr an den eigenen Provisionen als an den Bedürfnissen der Kunden orientiert. Etliche Bankberater sind zu reinen Vertriebsmanagern mutiert, die versuchen, ihren Kunden das Produkt der Woche zu verkaufen", ergänzt der Experte.
"Natürlich spiegelt die Studie auf Kundenseite auch ein gewisses 'Dusch mich, aber mach mich nicht nass' wieder", stellt Stöckle fest: "Aber zumindest auf der Seite der Kosten und der Qualität der Anlageempfehlungen können die Kunden sparen. Das ist ein riesiges Einfallstor für die Fintechs, wenn es die Banken nicht selber schließen." (vwh/td)
Bildquelle: Claudia Hautumm / pixelio.de
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