Märkte & Vertrieb

"Großes geldpolitisches Experiment" wird zum Risiko

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Die Swiss Re sieht in der Fortsetzung des "großen geldpolitischen Experiments", den politischen Turbulenzen in den Schwellenländern sowie einer zunehmenden Fragmentierung des Internets die derzeit größten Risiken für die Versicherungs- und Rückversicherungsbranche. Hinzu kommen weitere Problemfelder wie "vom Menschen verursachte Erdbeben" und die "Massenmigration", heißt es im neuen Sonar-Bericht.
So befürchtet der Schweizer Rückversicherer, dass mit den aktuellen Turbulenzen in den Schwellenländern der Markteintritt für Versicherungsunternehmen behindert werden könnte. Gleichzeitig drohen höhere Underwriting-Verluste in der Sach-, Privat- und Gewerbeversicherung - beispielsweise bei Ausschreitungen - konstatiert die Swiss Re weiter.
Gleichzeitig kritisiert der Rückversicherer in seinem Bericht die Folgen der derzeitigen Geldpolitik der Notenbanken. Demnach seien die Folgen der unkonventionellen Geldpolitik noch nicht absehbar. Zudem sei der kurzfristige Nutzen begrenzt, da die Maßnahmen zu keinem Wirtschaftswachstum führen werden, konstatiert der Rückversicherer. Gleichzeitig drohe uch ein allgemeiner Verlust in die Währungsordnung.
Zudem befürchtet die Swiss Re auch eine zunehmende Fragmentierung des Internets. So könnte eine isolierte und von globalen Netzen abgekoppelte IT-Infrastruktur bald zur Wirklichkeit gehören, befürchtet die Swiss Re. Die potenziellen Folgen für Versicherer und Unternehmen: Höhere Kosten und gestörte Geschäftsmodelle. Darüber hinaus warnt der Rückversicherer in seinem Bericht auch vor dem Aufstieg der "Präzisionsmedizin", einer "verteilten Energieerzeugung", den "Rechts- und Preisrisiken der Sharing Economy", sowie einer "Krise des Vertrauens" in die Institutionen.
"Beim Risikomanagement geht es nicht nur um das Management von Risiken in der Gegenwart. Es geht darum, künftige Risiken vorherzusehen, um auf sie vorbereitet zu sein", konstatiert Patrick Raaflaub, Group Chief Risk Officer von Swiss Re. "Diese Risiken kommen vielleicht erst für künftige Generationen voll zum Tragen. Doch das heißt nicht, dass wir nicht heute handeln müssten, um Unsicherheiten abzubauen und die Auswirkungen abzuschwächen", fordert der Risikovorstand des Rückversicherers. (vwh/td)
Bildquelle: Alexandra H. / pixelio.de
Swiss Re · Risiken · Rückversicherer
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