Unternehmen & Management

Priester-Krankenversicherer muss in die Reserven greifen

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Die Liga Krankenversicherung katholischer Priester VVaG wird für 2016 erneut die Beiträge anpassen müssen. Diese werden auch die Absenkung des aktuariellen Unternehmenszinses beinhalten. Infolge rückläufiger Kapitalerträge und Großschäden weist der vor allem in sieben bayrischen Diozösen sowie in Dresden-Meißen, Görlitz und Speyer tätige Standesversicherer der Priester 0,03 Mio. Euro Jahresfehlbetrag aus. Dieser wird durch die Entnahme aus der Verlustrücklage ausgeglichen.
Die Solvabilitätsquote betrug 177 Prozent (2014: 176,4 Prozent). Durch die Steigerung der Beitragseinnahmen bestünden "gute Chancen, das Geschäftsergebnis im Jahr 2016 deutlich zu steigern und ein positives Ergebnis zu erwirtschaften", so der Vorstand im Geschäftsbericht 2015.
Auch 2015 war Zahl der Versicherten mit 3.698 (3.759) Voll- und 3.676 (3.768) Ergänzungsversicherten weiter rückläufig. Die Beiträge sanken erneut um 2,3 Prozent auf 12,95 Mio. Euro ab. Eine "hohe" Zahl von Großschäden trieb die Leistungsaufwendungen um 7,8 Prozent auf 14,1 Mio. Euro bzw. die Schadenquote auf 89,5 Prozent (2014: 80,5 Prozent). Zudem erhöhten sich Verwaltungs- und Abschlusskosten.
Bei den um 1,2 Prozent auf 103,95 Mio. Euro gestiegenen Kapitalanlagen zahlten sich der im Vorjahr angekündigte Strategiewechsel hin zu höheren vertretbaren Risiken noch nicht aus: Der Nettoertrag schrumpfte um 15,8 Prozent auf 3,2 Mio. Euro und die Nettoverzinsung auf 3,1 (3,8) Prozent. Der Rohüberschuss schmolz damit auf knapp 0,5 Mio. Euro (2014: 2,69 Mio.). Die Zuführung zur Rückstellung für Beitragsrückerstattung fiel aus. Der Fehlbetrag wegen nicht bilanzierter mittelbarerer Versorgungsverpflichtungen hat sich auf 0,52 (0,45) Mio. Euro vergrößert. (lie)
Bild: Jens Märker / pixelio.de
Liga Krankenversicherung
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