Schlaglicht

Deutlicher Anstieg der Kriminalität

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Die Kriminalität in Deutschland ist im vergangenen Jahr deutlich angestiegen. Wie das Bundesinnenministerium am Montag bekannt gab, stieg die Zahl der registrierten Straftaten um 4,1 Prozent auf 6.330.649 (2014: 6.082.064). Dennoch mahnen Experten zur Besonnenheit. Demnach seien vor allem jene Vergehen für den Anstieg verantwortlich, die mit der Sicherheit der Bevölkerung nichts zu tun hätten.
Einen wesentlichen Grund für den Anstieg der Kriminalstatistik sehen die Experten vor allem im deutlichen Anstieg der ausländerrechtlichen Verstöße, berichtet das Nachrichtenmagazin tagesschau.de. Hier verzeichnete die Polizei in 2015 insgesamt 402.741 Verstöße (2014: 156.396). Dies entspricht einem Anstieg von 157,5 Prozent. Das Vorurteil vom kriminellen Ausländer sei hingegen "eindeutig falsch", wird der ehemalige Direktor des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen, Christian Pfeiffer, zitiert.
Demnach beinhalteten die registrierten etwa die illegale Einreise nach Deutschland oder Verstöße gegen die Residenzpflicht für Flüchtlinge. Damit handele es sich also um Straftaten, die praktisch keine Auswirkungen auf das Sicherheitsempfinden der Bevölkerung haben dürften und die nur von ausländischen Staatsbürgern verübt werden können, berichtet das Nachrichtenmagazin weiter. Rechne man die ausländerrechtlichen Verstöße heraus, bewege sich die Zahl der Straftaten mit 5.927.908 auf dem Vorjahresniveau (2014: 5.925.668).
Die Zahl der Tatverdächtigen sank 2015 leicht auf 2.011.898 (2014: 2.023.626). Davon waren 1.504.137 männlich (74,8 Prozent) und 507.671 weiblich (25,2 Prozent). Dabei sank die Zahl der tatverdächtigen Kinder bis 14 Jahre um 8,1 Prozent und die der Jugendlichen bis 18 Jahre um 4,6 Prozent. Gleichzeitig beträgt Anteil der nichtdeutschen Tatverdächtigen über 27 Prozent. Laut Bundesinnenministerium ist die Zahl 2015 auf 555.820 gestiegen (2014: 492.610). Davon sind 20,5 Prozent Zuwanderer, dies entspricht einem Anteil von 5,7 Prozent an allen Tatverdächtigen.
Einen deutlichen Anstieg verzeichneten die Behörden im vergangenen Jahr bei den Straftaten gegen das Aufenthalts-, das Asylverfahrens- und das Freizügigkeitsgesetz/EU (+157,5 Prozent auf 402.741 Fälle), Ladendiebstahl (+7,1 Prozent auf 391.402 Fälle), Taschendiebstahl (+7,0 Prozent auf 168.142 Fälle) und Wohnungseinbruchdiebstahl (+9,9 Prozent auf 167.136 Fälle). Zudem verzeichnete die Polizei einen Anstieg der Rauschgiftdelikte um 2,1 Prozent auf 282.604 Fälle (2014: 276.734). Die allgemeine Gewaltkriminalität lag laut Bundesinnenministerium jedoch unverändert hoch bei 181.386 Straftaten.
Bei der Zahl der politisch motivierten Straftaten verzeichneten die Behörden 2015 einen deutlichen Anstieg um 19,2 Prozent. Dies entspricht dem höchsten Stand seit 2001. Dabei verzeichneten die Behörden insgesamt 38.981 politisch motivierte Straftaten, darunter 22.960 rechte Straftaten (+34,9 Prozent) und 9.605 linke Straftaten (+18,3 Prozent). Die Zahl der Gewalttaten stieg um 30,7 Prozent ebenfalls auf einem neuen Höchststand angelangt. Zurückzuführen sei dieser vor allem auf eine Zunahme der politisch rechts- (+44,3 Prozent) und linksmotivierten (+34,9 Prozent) Gewaltdelikte zurückzufuhren.
Einen Rückgang der Fallzahlen verzeichneten die Behörden in 2015 hingegen bei Sachbeschädigung (-4,0 Prozent auf 577.017 Fälle), Tankbetrug (-7,8 Prozent auf 79.605 Fälle), Wirtschaftskriminalität (-3,5 Prozent auf 60.977 Fälle), Mord und Totschlag (-2,9 Prozent auf 2.116 Fälle) und Sozialleistungsbetrug (-19,3 Prozent auf 17.742 Fälle).
Insgesamt wurden nach Angaben des Bundesinnenministeriums 56,3 Prozent aller Straftaten aufgeklärt. Besonders hoch sei die Aufklärungsquote bei Tötungsdelikten mit 94,8 Prozent. Gleichzeitig die Quote bei Diebstahlsdelikten unter erschwerenden Umständen (darunter Wohnungseinbruchdiebstahl, Fahrraddiebstahl, Diebstahl unbarer Zahlungsmittel) mit 14,1 Prozent besonders niedrig.
"Die Zahl der in Deutschland verübten Straftaten bewegt sich auf einem konstant hohen Niveau", sagte Bundesinnenminister Thomas de Maizière. Gleichzeitig zeige jedoch "der starke Anstieg der politisch motivierten Kriminalität eine bedrohliche gesellschaftliche Entwicklung" auf. (vwh/td)
Bildquelle: Uwe Schlick / pixelio.de
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