Unternehmen & Management

Axa startet Raucher-Entwöhnung

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Die Axa will nicht mehr in die Tabakindustrie investieren. Der designierte Axa-Chef Thomas Buberl hat angekündigt, entsprechende Beteiligungen von rund 200 Mio. Euro und Anleihen über rund 1,6 Mrd. Euro loswerden zu wollen. "Tabak tötet pro Jahr heute sechs Millionen Menschen, und bis 2030 dürften es acht Millionen sein", begründete das Management die Entscheidung.
"Die Entscheidung kostet uns etwas", wird Thomas Buberl von der dpa zitiert. Aber angesichts der Schäden, die Tabak an den Menschen anrichte, wolle Axa Teil der Lösung sein. Als privater Krankenversicherer sehe der Konzern keinen Sinn darin, weiterhin in die Tabakindustrie zu investieren. Schließlich betreibe man in der Gesundsheitspolitik nicht nur Therapie, sondern Vorsorge. Anleihen will die Axa auslaufen lassen und frisches Geld soll es für die Tabakindustrie nicht mehr geben. Andere Versicherer sollten der Entscheidung folgen, lautet Buberls Appell. Der französische Konzern ist nach eigener Aussage der erste in der Branche, der diesen Schritt vollzieht.
Die Internationale Vereinigung gegen Krebs (UICC) begrüßte den Schritt als "Meilenstein auf dem richtigen Weg" und forderte andere Firmen auf, diesem Beispiel zu folgen. "Wir brauchen Unternehmen wie Axa, die darauf hinweisen, dass Investitionen in eine Branche, die ihre Kunden tötet, falsch sind", sagte UICC-Chef Cary Adams. Derzeit kämpfen Tabakkonzerne mit immer strengeren staatlichen Auflagen, seit voriger Woche haben die Hersteller in der EU als Abschreckung gedachte Schockbilder auf Zigaretten- und Tabakpackungen anbringen müssen.
Zum 1. September 2016 übernimmt Thomas Buberl die Nachfolge von Henri de Castries, der in den Ruhestand geht. Bereits unter de Castries verkündete das Unternehmen, sich aus Investments in der Kohleindustrie zurückzuziehen. Sie summieren sich im 552 Mrd. Euro schweren Axa-Portfolio auf etwa 500 Mio. Euro - ein Anteil also von gerade einmal einem Promille. Axa hat außerdem die Hersteller von Anti-Personenminen und Streubomben, von Palmöl, das als wichtige Ursache von Fettleibigkeit gilt, und von bestimmten Derivaten von Agrarprodukten ausgelistet. Die Konkurrenz zieht bei ihren Geldinvestments ebenfalls nachhaltige Kriterien heran. Im November letzten Jahres hatte die Allianz angekündigt, nicht mehr in Bergbau- und Energieunternehmen zu investieren, die mehr als 30 Prozent ihres Umsatzes oder ihrer Energieerzeugung aus Kohle erzielen. (vwh/dg/ku)
Bild: Thomas Buberl, designierter Vorstandsvorsitzender des Axa-Konzerns. (Quelle: Frank May / vw)
Axa · Nachhaltigkeit · Thomas Buberl
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