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Allianz Suisse versicherte Gotthard-Projekt mit 11 Mrd. Franken

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Am 1. Juni wird der längste Eisenbahntunnel der Welt – der Gotthard Basistunnel – eingeweiht. 17 Jahre hat die Bauzeit betragen. Von der ersten Stunde an mit dabei, war die Allianz Suisse, die das gigantische Bauprojekt mit 11 Mrd. Franken versicherte.
Es ist ein beeindruckendes Projekt: 17 Jahre Bauzeit, bis zu 2.300 Meter tief in den Berg gebaut, 28,2 Millionen Tonnen Gesteinsausbruch, gigantische Tunnelbohrmaschinen und mit 57 Kilometern der derzeit längste Eisenbahntunnel der Welt. Mit einer Versicherungssumme von rund elf Milliarden Franken ist der Bau des Gotthard-Basistunnels das größte Risiko, welches die Allianz Suisse in der Schweiz jemals versichert hat.
Megabauprojekte wie der Gotthard-Basistunnel bergen enorme Risiken wie Niederbrüche, Feuer, Wassereinbruch, Gasaustritt, Erdbeben, schweres Gerät, Sprengstoffeinsatz oder der Mensch selbst. Wer so ein Projekt versichern möchte, muss eine richtige Risikoeinschätzung gewährleisten können, weiß Beat Guggisberg, Leiter Technische Versicherungen bei der Allianz Suisse: „Es gab weltweit nur wenige Gesellschaften, die entsprechende Erfahrung hatten und das Risiko adäquat einschätzen konnten." Und natürlich bedarf es einer entsprechenden Finanzkraft, um solche Risiken in seine Bücher aufnehmen zu können. Die Allianz Suisse übernahm daher auch als Hauptversicherer die Risikodeckung bei gesamten Neuen Alpen Transversale (NEAT), bestehend aus den Großprojekten Gotthard-, Ceneri- und Lötschberg-Basistunnel.
Um noch vor Beginn der Bauphasen die richtige Risikodeckung zu entwickeln, stellte die Allianz Suisse ein Team von Versicherungsspezialisten aus den Bereichen Haftpflicht, Unfall, technische Versicherungen und Schaden zusammen. Eine Versicherungslösung von der Stange kann es bei so einem Großprojekt natürlich nicht geben. „Bei NEAT konnten wir nur beschränkt auf die Erfahrungen mit ähnlichen Projekten abstellen. Zu verschieden sind die geologischen Gegebenheiten und die Baumethoden“, erinnert sich Guggisberg. Der Geophysiker und Allianz-Risikoexperte ist ein Mann der ersten Stunde beim NEAT-Projekt, und begleitet es seit 20 Jahren. Man habe zuerst mit Hilfe von Risk Management-Ansätzen die Risiken ermitteln müssen.
Dies scheint gut gelungen zu sein, denn insgesamt blieben die Schäden trotz des enormen Risikopotenzials unter den Erwartungen im Tunnelbau, wie Guggisberg berichtet. Der größte Einzelschaden betrug knapp zwei Mio. Franken, als 2006 in Sedrun ein Tunnel beim Vortrieb zusammengesackt war und stabilisiert werden musste – zu einer Bauverzögerung war es dadurch nicht gekommen. Erschütterungen oder Bergschläge, die durch die Arbeiten unterm Berg verursacht wurden, führten zu weiteren kleineren Schadenfällen.
Am 1. Juni wird der neue Tunnel feierlich eingeweiht. Am Wochenende des 4. und 5. Junis feiern die Schweizer ihre Ingenieurskunst dann mit einem großen Volksfest an beiden Enden des 57 Kilometer langen Tunnels. (vwh/jko)
Foto: Bis zu 2.400 Arbeiter beuten über ein Jahrzehnt an den zwei Tunnelröhren. Am 15. Oktober 2010 erfolgte der Hauptdurchschlag (Quelle: Alp Transit Gotthard AG).
Allianz · Gotthard-Tunnel
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