Schlaglicht

TeslaCrypt entschlüsselt – Hacker sagen sorry

Von David GorrTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Die Drahtzieher hinter TeslaCrypt haben den Stecker gezogen und den Master-Schlüssel in Umlauf gebracht. Unter den Code schrieben sie lapidar "we are sorry". Opfer der Ransomware können nun ohne Lösegeld zu zahlen wieder Zugriff auf ihre Daten bekommen, schreibt Spiegel Online. Auch deutsche Kommunen sind zunehmend von virtuellen Viren betroffen und wehren sich mit Cyber-Policen gegen die Erpresser aus dem Internet.
TeslaCrypt ist nur einer von vielen Erpressertrojanern, die man auch als Ransomware bezeichnet. Das Programm verschlüsselt nicht nur die Fotos und Videos, sondern auch Speicherstände und Spielemodifikationen. Von betroffenen Nutzern wird jeweils ein Lösegeld für die gekaperten Daten verlangt, das in Bitcoin bezahlt werden soll. Dank des veröffentlichten Master-Schlüssels können nun alle Betroffenen ihre Dateien kostenlos entschlüsseln, berichtet Spiegel Online.
Auch deutsche Kommunen sind zunehmend von virtuellen Viren betroffen. Kürzlich legte die Trojaner-Software "Locky" mehrere Krankenhäuser in Nordrhein-Westfalen lahm. Die Polizei und das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik raten dringend davon ab, auf die Forderungen der Erpresser einzugehen. Auch die meisten Versicherer übernehmen nicht die Zahlung von Lösegeld, sondern nur die Kosten für die Entschlüsselung der Daten. "Daten machen wir uns erpressbar, das Risiko wird um ein Zusätzliches erhöht", sagt Markus Welker Abteilungsdirektor für Kommunal- und Rückversicherung vom Badischen Gemeinde-Versicherungs-Verband (BGV) gegenüber der Versicherungswirtschaft.
Die Stadtverwaltungen machen sich vor allem Sorgen um die Forensik und um endgültig zerstörte Daten. "Der Verlust von Finanz- und Personaldaten könnte gravierende Auswirkungen haben, soziale Leistungen könnten nicht mehr fristgerecht ausgezahlt werden. Die Wiederbeschaffung der Daten würde einen immensen Aufwand erfordern", berichtet die Stadt Stuttgart. Deshalb prüft sie derzeit umfassend die Gefahrenpotenziale und mögliche Versicherungsangebote. (dg)
Ausführlicher Report: "Medizin gegen virtuelle Viren", deutsche Kommunen schützen sich mit Cyber-Policen vor Erpressern aus dem Internet, in VW 05/16 (Einzelbeitrag)
Bildquelle: Axa
Cyberattacken · Cyber-Police · Hacker · Cyber-Risiken
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