Unternehmen & Management

IT-Outsourcing erreicht Sättigung

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Laut den Unternehmensberatern von Bearing Point geben 74 Prozent der Versicherer an, dass sie bereits ihre IT-Bereiche ausgelagert haben. Nur sechs Prozent planen eine weitere Auslagerung. Bei der strategischen Neuausrichtung nehmen cloudbasierte Lösungen eine besondere Bedeutung ein. Wenn ausgelagert wird, dann nicht mehr aus Kostengründen, sondern weil man sich mehr auf das Kerngeschäft konzentrieren will.
Inzwischen gibt es kaum einen Unternehmenssektor innerhalb der Versicherungskonzerne, in dem externe Dienstleister nicht in Erscheinung treten. Es ist ein offenes Geheimnis, dass die Marktplayer – wie die Indus­trie auch - verstärkt nach Möglichkeiten suchen, sich selbst von den für sie vermeintlich zu kostenintensiven Neben-Bereichen freizumachen. "Versicherer vergeben nicht mehr nur die Reinigung ihrer Verwaltungsgebäude und den Kantinenbetrieb an darauf spezialisierte Dienstleister", erklärt Ulrich Leitermann, Vorstandsvorsitzender der Signal Iduna Gruppe der Versicherungswirtschaft. Ob IT-Installationen, Software-Verteilung oder System-Management bis hin zur Durchführung von Projekten - mehr und mehr Fremdfirmen tummeln sich in den Betriebsstätten. Dies zeigen die Ergebnisse einer aktuellen Studie der Unternehmensberatung Bearing Point, die unter 57 Entscheidungsträgern von Versicherungen in der DACH-Region zwischen November 2015 und Januar 2016 durchgeführt wurde.
74 Prozent der Teilnehmer gaben an, dass sie bereits ihre IT-Bereiche auslagern. Obwohl im Vergleich zu 2013 eine leichte Steigerung von 6 Prozent zu beobachten ist, hat der Grad der Auslagerung im Allgemeinen eine gewisse Sättigung erreicht. Nur 6 Prozent der Versicherer planen weiteres IT-Sourcing. Dabei ist der Auslagerungsgrad beim Rechenzentrum (61 Prozent) sowie bei Telefonie und Netzwerk (58 Prozent) relativ hoch. Eine weitere wichtige Tendenz lässt sich in der Produktentwicklung erkennen. Seit 2013 ist der Anteil der Auslagerungen in diesem Bereich mit 16 Prozent deutlich gestiegen.
Auch die Gründe für IT-Outsourcing haben sich in den letzten Jahren stark verändert. Während 2013 Kosteneinsparungen das Hauptziel für IT-Outsourcing waren (81 Prozent), reduzierte sich dieser Wert 2016 auf 74 Prozent. In den Vordergrund getreten ist hingegen die qualitative Zielsetzung, sich auf das Kerngeschäft zu konzentrieren. Dies ist mit 93 Prozent der am höchsten bewertete Grund für IT-Outsourcing. Auf Rang zwei und drei stehen der Einkauf von zusätzlichem Know-how (81 Prozent) und die Schaffung von mehr Flexibilität (78 Prozent).
Immer wieder lassen die Versicherer durchblicken, dass die Dienstleister nicht die Kernkompetenz der Abteilungen ersetzen können, sondern unterstützen und ergänzen sollen. Oder sie gründen eine Reihe eigenständiger Dienstleistungsunternehmen, so wie Generali, Axa, Allianz oder Zurich es bereits vorgemacht haben. (vw/dg)
Ausführlicher Report: "Dienste leisten mit Gewinn", Die Dienstleister der Versicherer auf dem Vormarsch, in VW, 02/2016 (Einzelbeitrag)
Bildquelle: Fotolia
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