Politik & Regulierung

IDD: Maßvolle Transparenz

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Mit der neuen europäischer Vermittlerrichtlinie IDD wird die Verantwortung für Produktgenehmigung künftig in die Hände der Vermittler und der Versicherer gelegt, konstatieren Julia Kaiser und Eva Berberich von der Beratungsgesellschaft KPMG in einem Beitrag für die aktuelle Ausgabe der Versicherungswirtschaft. Damit entstehe ein Überwachungsverfahren, welches festlege, an wen künftig welche Policen verkauft werden dürfen.
Demnach werde bei den neuen Regelungen künftig zwischen Produktentwicklung und Vertrieb unterschieden. Dabei zählen nicht mehr nur die Versicherer zu den Produktentwicklern, sondern auch Vermittler, wenn diese Policen für den Verkauf entwickeln. Bieten sie neue Policen an, ohne diese jedoch selbst konzipiert zu haben, werden sie nach den neuen Regelungen als Versicherungsvertreiber eingestuft.
Erster Schritt des Genehmigungsverfahrens ist demnach die Definition des Zielmarktes für jedes einzelne Produkt. Dabei definiert sich der Zielmarkt aus jenen Kunden, für die eine bestimmte Police entwickelt wurde. Diese darf dann nur für die Kunden dieses Zielmarktes vertrieben werden, erläutern die KPMG-Expertinnen. Im zweiten Schritt müssen die Produktentwickler ein Testing durchführen. Damit solle festgestellt werden, ob die Policen auch tatsächlich zu den Bedürfnissen des Zielmarktes passen.
Allerdings ende das Produktionsgenehmigungsverfahren nicht mit dem Vertriebsbeginn auf dem Zielmarkt, sondern sei nach dem Konzept der IDD und den Eiopa-Leitlinien ein laufendes Genehmigungsverfahren. So müssen die Entwickler dabei selbst permanent überprüfen, ob ihre Produkte tatsächlich noch den Bedürfnissen des ursprünglichen Zielmarktes entsprechen.
Die konkrete Ausgestaltung des Genehmigungsprozesses orientiere sich jedoch am Ende am Grundsatz der Verhältnismäßigkeit und der Art des Versicherungsproduktes. Wie viel Raum den Unternehmen allerdings tatsächlich bleibt, hängt von den Konkretisierungen der EU-Kommission ab, betonen die Expertinnen der KPMG. (vwh/td)
Bildquelle: Petra Bork / pixelio.de
KPMG · IDD-Richtlinie
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