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Spielabsage kostet Red Devils drei Mio. Pfund

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Ein vermeintlicher Bombenfund hatte am Sonntag zur kurzfristigen Spielabsage der Premier League-Partie Manchester United gegen AFC Bournemouth geführt. Gestern wurde das Spiel nachgeholt. Die Einnahmen werden aber wohl kaum die Schadenkosten decken. Die "Red Devils" müssen mit Kosten von rund drei Mio. Pfund (3,8 Mio. Euro) rechnen. Die verantwortliche Sicherheitsfirma verfügt über kein ausreichendes Haftpflichtlimit und wird laut ihrem Geschäftsführer wohl Insolvenz anmelden.
13 Bombenattrappen hatte die Greater Manchester's Police durch ein privates Sicherheitsunternehmen zu Übungszwecken im Old-Trafford-Stadion auslegen lassen, welches dem Fußballclub Manchester United gehört. Getestet werden sollte die Fähigkeit von Polizeihunden, die zum Teil mit einer geringen Prise Sprengstoff parfümierten Objekte (zum Beispiel ein Mobiltelefon mit angeklebtem Rohr) aufzustöbern. Bei zwölf der Attrappen war dies auch gelungen. Die 13. hingegen hatte man vergessen. Sie wurde erst am Sonntag kurz vor dem Anpfiff des vor 75.000 Zuschauern auszutragenden Spiels (dem letzten der Premiership Season) zwischen den Vereinen Manchester United und Bournemouth auf einer Damentoilette vorgefunden. Das Spiel war daraufhin sofort abgebrochen worden, wurde aber gestern Abend nachgeholt.
Die Financial Times beziffert den dem Verein entstandenen Schaden auf drei Mio. Pfund - allerdings ohne eine detaillierte Kalkulation offenzulegen. Der Traditionsclub hatte den am Sonntag frustrierten Zuschauern für gestern den freien Eintritt ermöglichen müssen, bei beiden Clubs dürften erneute Reisekosten angefallen sein, manche auswärtige Fans könnten verlangen, dass man auch ihnen die Reisekosten zum erneuten Termin erstatte. Schließlich dürfte auch noch die lokale Polizei die Kostenerstattung für den unnötigen Einsatz im Stadium verlangen.
Glücklicherweise nicht strittig ist die Schuldfrage. Chris Reid, der Geschäftsführer und Eigner der von der Metropolitan Police betrauten in Anglesey beheimateten Sicherheitsfirma Security Search Management & Solutions (SSMS) aus Bexley, Kent, bekannte, die Schuld liege allein bei ihm. Er hatte es wohl versäumt dafür zu sorgen, dass wirklich alle Attrappen nach Übungsende zurückgelangten. Der 62-jährige Reid arbeitete früher als Counter-Terror-Spezialist für die Metropolitan Police. SSMS hatte wohl die Bombenattrappen ausgelegt. Die Spürhunde hingegen waren von Deacon's Canines bereitgestellt worden. Die einer Micheala Goodier gehörende Deacon's trainiert spezialisierte Spürhunde und leiht sie für Großveranstaltungen aus. Möglicherweise könnte Deacon's eine gewisse Mitschuld treffen. Jedenfalls verfügt SSMS wohl über keine ausreichenden Haftpflichtlimiten. Reid erklärte bereits, seine Firma werde wohl insolvent werden. Etwas erstaunlich, dass Manchester United von ihren Auftragnehmern nicht den Nachweis entsprechender Deckung verlangt.
Denkbar wäre auch noch, dass der Verein z.B. über eine Ereignisausfallpolice (event cancellation) verfügen könnte. Der diesbezügliche Versicherer würde nach Ersatzleistung dann aus abgetretenem Recht gegen die beiden Dienstleister bzw. deren Haftpflichtversicherer vorgehen. (cpt)
Bild: Stadion des Traditionsklubs Manchester United (Quelle: Isabell Richter / pixelio.de)
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