Köpfe & Positionen

"Run-off für Verbraucher nicht zwangsläufig negativ"

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Angesichts der Niedrigzinsen verkaufen viele Versicherer ihre Leben-Bestände an Run-off-Plattformen. Aus Verbrauchersicht ist das nicht negativ. "Per se würde ich den Verkauf nicht verteufeln wollen", sagt Lars Gatschke von der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) der Deutschen Presse-Agentur. Dabei müsse der Grundsatz gelten: "Weder der aufnehmende Bestand noch der abzugebende Bestand dürfen schlechter gestellt werden."
Der Verkauf der Policen führt nach seinen Erkenntnissen nicht zwangsläufig zu überdurchschnittlich sinkenden Renditen. "Die Käufer brauchen im Gegensatz zu klassischen Versicherungsunternehmen keinen Vertrieb, sie stehen nicht im Wettbewerb und müssen keine neuen Produkte entwickeln", sagt Gatschke. Entsprechend geringer seien ihre Kosten.
Der Run-off gewinnt für Versicherer im deutschsprachigen Raum zunehmend an Bedeutung. Demnach sind die Bestände seit 2012 um 29 Prozent auf 133,5 Mrd. Euro gestiegen. Etwa ein Drittel aller Versicherer (30,2 Prozent) baut aktiv ab. Gleichzeitig besitzt über die Hälfte aller Versicherer einen Run-off, berichtet VWheute.
Die Bafin begleitet dieses Vorgehen jedoch kritisch und erklärt: "Die BaFin ist sich bewusst, dass bei einer Übertragung auf eine Abwicklungsplattform im Vergleich zu einer Übertragung auf andere Versicherungsunternehmen spezifische Risiken auftreten können." (vwh/dg)
Bild: Versicherungsexperte Lars Gatschke vom Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) (Quelle: vzbv)
Run-off · Run-off-Versicherer · vzbv · Gatschke
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