Schlaglicht

Mehr ärztliche Behandlungsfehler

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Die Zahl der ärztlichen Behandlungsfehler ist 2015 erneut gestiegen. Wie der Medizinische Dienst der Krankenversicherung (MDK) in Berlin bei der Vorstellung der aktuellen Jahresstatistik mitteilte, wurden im vergangenen Jahr insgesamt 14.828 Vorwürfe von Behandlungsfehlern untersucht. In jedem vierten Fall (4.064 Fälle) bestätigten die Gutachter den Verdacht der Patienten. Ein Jahr zuvor waren es noch 14.663 Fälle, von denen 3.796 bestätigt wurden.
Gemäß der aktuellen MDK-Statistik geht knapp die Hälfte aller Fälle auf Behandlungsfehler im Operationssal zurück, berichtet der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR). Von 7.963 Vorwürfen wurde knapp jeder vierte Fall als Behandlungsfehler anerkannt. Dabei entfielen 32 Prozent aller Vorwürfe auf die Orthopädie und Unfallchirurgie (1.328 anerkannte Fälle). Elf Prozent betrafen die allgemeine und innere Medizin (431 Fälle) sowie die Pflege mit 403 anerkannten Fällen.
Nach Angaben des Leiters Patientensicherheit beim MDS, Max Skorning, wurden 51 Prozent der Behandlungsfehler verursacht, weil die notwendige medizinische Maßnahme entweder gar nicht oder zu spät durchgeführt wurde, berichtet der MDR weiter. "In 49 Prozent der Fehler wurde eine Behandlung mangelhaft umgesetzt oder es wurde eine wenig sinnvolle, zum Teil sogar eine kontraindizierte Maßnahme vorgenommen", wird Skorning zitiert.
In der Zahnmedizin wurden zudem 452 Behandlungsfehler festgestellt. Die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV) warf dem MDK hingegen "statistische Nebelkerzen" vor. Diese änderten "nichts daran, dass wir in Deutschland eine qualitativ hochwertige, flächendeckende und wohnortnahe zahnärztliche Versorgung haben, um die wir im internationalen Vergleich beneidet werden," kommentierte Wolfgang Eßer, Vorstandsvorsitzender der KZBV.
"Unsere Qualitätsförderung funktioniert zuverlässig und gewährleistet in Praxen und Kliniken ein hohes Maß an Sicherheit für die Patienten. Dies können auch die MDK-Zahlen letztlich nicht in Frage stellen. Denn den Zahlen des MDK stehen immerhin etwa 90 Millionen Behandlungsfälle pro Jahr bei gesetzlich Versicherten gegenüber", ergänzte Eßer. (vwh/td)
Bildquelle: Philipp Flury / pixelio.de
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