Schlaglicht

Sex sells? – Nicht immer!

Von David GorrTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Von VWheute-Redakteur David Gorr. Gäbe es den Versicherunsgskäse für die schlechteste Werbekampagne, dürfte es jetzt einen heißen Kandidaten geben. Mit viel nackter Haut will die Ideal "eine Neuausrichtung in der Kundenansprache" bewirken. Damit erweist sie der Versicherungsbranche einen Bärendienst.
Bei dem angedeuteten Sexfilm, der in manchen Passagen eher einem peinlichen Ringkampf ähnelt, sucht man die Pointe vergebens (siehe VERTRIEB). Viele Facebook-User fragen sich, ob demnächst eine Fusion der Ideal mit Beate Uhse ansteht oder ob sie in Zukunft nur noch Sexspielzeuge verkauft. "Wir müssen in der Kommunikation neue Wege beschreiten", erklärt Ideal-Chef Rainer M. Jacobus. Ein viraler Hit soll entstehen, bislang wurde das Youtube-Video 400 mal geklickt.
Es zeigt, wie schwer sich Versicherer damit tun, in der Welt der sozialen Medien den richtigen Ton zu treffen. Mit einem Erklärvideo fand sich im vergangenen Jahr die Alte Leipziger in einem crossmedialen Shitstorm wieder (VWheute), weil man dort ein angestaubtes Frauenbild transportiert hatte. Die mediale Empörung über eine Sexreise von HMI (Ergo) hat sich tief in das Gedächtnis der Öffentlichkeit eingegraben. Welches Unternehmen das in der Realität betrifft, bleibt bei den wenigsten hängen. "Die Versicherer eben", hört man bis heute.
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Weitere Themen im Blick von VWheute:

Die Barmenia bietet mit ihrem aktuellen Pflegetarif Leistungen bereits vor Eintritt des Pflegefalls an. Vorstandschef Andreas Eurich erklärt im Interview mit VWheute, warum es falsch ist, im Bereich Pflege den Fokus allein auf die rein finanzielle Absicherung zu legen. Besonders wichtig ist aus seiner Sicht, "dass sich die Pflegestrukturen schnell genug auf die zu erwartende Zahl der Pflegenden anpasst und die Qualität der Pflege stimmt".
Für den Versicherungskonzern Talanx ist und bleibt die Tochter Hannover Rück von großer Bedeutung. Auf der Hauptversammlung des drittgrößten deutschen Versicherers stellte Vorstandschef Herbert K. Haas unmissverständlich klar: "Die 50,2-prozentige Beteiligung an Hannover Rück ist in Stein gemeißelt." Es sei nichts daran zu deuteln, dass die Talanx eine Holding der Hannover Rück und einer Erstversicherung sei.
Kritiker werfen den privaten Krankenversicherern vor, dass sie sich aus der Verantwortung stehlen. Der Vorwurf in einem Beitrag des ZDF-Magazins Frontal 21: Versicherer verweigern Bedürftigen den Eintritt in den Basistarif. SPD-Politikerin Hilde Mattheis nimmt die Zunahme der Versichertenzahl im Notlagentarif der PKV zum Anlass, eine grundsätzliche Reform des Gesundheitssystems zu fordern.
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