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Hannover Rück rechnet mit Großschaden aus Waldbränden in Kanada

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Die Hannover Rück ist in das Jahr ihres 50-jährigen Bestehens besser gestartet als die Munich Re. Die Hannoveraner halten an ihrer Gewinnprognose für das Gesamtjahr fest. Wie Vorstandschef Ulrich Wallin vor den Aktionären auf der Hauptversammlung erklärte, habe man mit dem Quartalsergebnis einen guten ersten Schritt getan, um das Jahresziel von mindestens 950 Mio. Euro zu erreichen. Nach einem schadenarmen 1. Quartal drohen jedoch bereits größere Katastrophenschäden.
Die Erdbeben in Ecuador und Japan sowie der verheerende Waldbrand in Kanada dürften es nach Einschätzung von Finanzchef Roland Vogel auf die Liste der Großschäden schaffen. Besorgt ist Vogel nicht, weil das Großschadenbudget gut dotiert ist. Im ersten Quartal blieb der Großteil der eingeplanten 189 Mio. Euro ungenutzt und für das zweite Quartal stehen weitere 170 Mio. Euro zur Verfügung. Insgesamt beläuft sich das Großschadenbudget für 2016 auf 825 Mio. Euro.
Auf der Hauptversammlung äußerten die Aktionäre viel Lob für das vierte Rekordjahr in Folge. Sie erhalten für 2015 eine Gesamtausschüttung von 4,75 (Vorjahr: 4,25) Euro pro Aktie. Und die Aussichten sind trotz der sich abzeichnenden Großschäden nicht schlecht. Daher reagierte die Börse auch begeistert, zumal die Analystenerwartungen für das 1. Quartal übertroffen worden sind. Der Kurs legte am Vormittag um knapp vier Prozent auf 105,15 Euro zu.
Im ersten Quartal verdiente die Hannover Rück 271,2 Mio. Euro. Das sind zwar 3,1 Prozent weniger als im Vorjahr, damals fiel jedoch eine Sonderzahlung von 39 Mio. Euro für einen geplatzten Vertrag in der US-Personen-Rückversicherung an. Ohne diesen Sonderposten wäre das Ergebnis um fast 13 Prozent gestiegen, sagte Vogel. Wie die Munich Re blieb auch die Hannover Rück von Großschäden weitgehend verschont. Die Schadenbelastung belief sich auf 55,5 (62,0) Mio. Euro. Die Schaden-Kostenquote fiel mit 94,7 Prozent noch besser aus als im Vorjahr (95,7 Prozent).
Das verbesserte versicherungstechnische Ergebnis sorgte auch für einen Ausgleich der mit konzernweit 366,2 (415,7) Mio. Euro schwächeren Kapitalerträge. Im Gegensatz zu Munich Re musste der weltweit drittgrößte Versicherer vor dem Hintergrund der turbulenten Börsen kaum Abschreibungen auf Aktien vornehmen, betonte Vogel. Sie beliefen sich lediglich auf 13,9 (8,2) Mio. Euro.
Als Folge der ertragsorientierten Zeichnungspolitik schrumpften die Beitragseinnahmen brutto im ersten Quartal um 3,1 Prozent auf 4,3 Mrd. Euro. Die verdiente Nettoprämie erhöhte sich aufgrund der Entwicklung der Prämienüberträge um 3,2 Prozent auf 3,5 Mrd. Euro. Die Marktverhältnisse sind, wie Wallin erläuterte, nach wie vor sehr wettbewerbsintensiv. Dies hat sich auch in der Vertragserneuerungsrunde zum 1. April gezeigt. Dennoch hat die Hannover Rück angesichts profitabler Geschäftsmöglichkeiten in Japan das prämienvolumen um 9,1 Prozent steigenr können. (cs)
Bild: Ulrich Wallin, Vorstandsvorsitzender der Hannover Rück (Quelle: Hannover Rück)
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