Politik & Regulierung

Heise: "Der deutsche Staat ist keineswegs unsozial"

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Das Thema Alterssicherung dürfe in einer schnell vergreisenden Gesellschaft nicht zum politischen Spielball werden, warnt  Allianz-Chefvolkswirt Michael Heise in einem Gastbeitrag für die Welt. Dass schon heute fast die Hälfte aller Rentner von Altersarmut bedroht seien, weil nahezu jede zweite Rente unter 750 Euro liege, verzerre die tatsächliche Lage. Die aktuelle Debatte beruhe teilweise auf Halbwahrheiten, Angstmacherei und politischem Kalkül.
Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes liegt der durchschnittliche Rentnerhaushalt aktuell bei einem monatlichen Nettoeinkommen von rund 2.460 Euro, verglichen mit 3.150 Euro im Durchschnitt aller Haushalte. "Der deutsche Staat ist also keineswegs so unsozial, wie es zuweilen behauptet wird", erklärt Heise.
Indes mache das niedrige Zinsniveau die private Vorsorge für das Alter noch wichtiger. "Wer die Riester-Rente jetzt in pauschaler Weise schlecht redet, schadet gerade den unteren Einkommensschichten, die aufgrund der hohen Barzulagen für Eheleute und Kinder besonders von Riester profitieren könnten. Das ist der wahre Kern der Rentendebatte: Das Niedrigzinsniveau erzeugt rentenpolitischen Handlungsbedarf“, bilanziert der Allianz-Chefvolkswirt. (vwh/mst)
Michael Heise · Allianz-Chefvolkswirt
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