Köpfe & Positionen

"Kein Grund für weitere Zinssenkungen"

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Der Chefvolkswirt der Europäischen Zentralbank (EZB) sieht derzeit keinen Anlass für weitere Zinssenkungen in der Eurozone. "Die Negativzinsen können nicht unbegrenzt weiter gesenkt werden", sagte Peter Praet in einem Interview mit der spanischen Zeitung Expansion. Weitere Absenkungen seien nur bei einer ausgeprägten Verschlechterung des Inflationsausblicks angebracht, was derzeit aber nicht der Fall sei.
Vielmehr brauche es noch Zeit, um die Wirkung zuletzt beschlossener Maßnahmen bewerten zu können, wird Praet von der Deutschen Presse-Agentur (dpa) zitiert. So gebe es derzeit keinen Grund, über neue Instrumente zu sprechen. Dem zuletzt sogenannten "Helikoptergeld" erteilte der EZB-Chefvolkswirt eine Absage. Dieses Instrument sei komplex, risikobehaftet und mit rechtlichen Schwierigkeiten verbunden. "Diese Option lag nie auf dem Tisch, nicht einmal informell", betont Praet.
Gleichzeitig verteidigte er den aktuellen geldpolitischen Kurs der Zentralbank gegenüber seinen Kritikern - insbesondere aus Deutschland. So würde eine Anhebung des Zinssatzes die wirtschaftliche Erholung abwürgen, betont der Belgier. Unterstützung erhält er dabei von Bundesbank-Präsident Jens Weidman.
"Es ist Aufgabe der Notenbanken, die Menschen vor Inflation zu schützen. Eine Mindestrendite für Sparer können sie nicht versprechen", wird er in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung zitiert. Zwar könne er "die Sorgen der Sparer nachvollziehen". "Allerdings ist gleichzeitig die Entwertung des Geldes durch die Inflation so gering, dass die reale Verzinsung von Spareinlagen über null liegt", ergänzte Weidmann. (vwh/td)
Bild: Peter Praet, Chefvolkswirt der Europäischen Zentralbank (Quelle: EZB)
EZB · Niedrigzinsen
Auch interessant
Zurück
26.08.2019VWheute
Den Fluch der Nied­rig­zinsen mit Auto­bahnen bekämpfen Spricht jemand fünf Mal Candyman in einen Spiegel, erscheint die Gruselfigur und jagt den Rufe…
Den Fluch der Nied­rig­zinsen mit Auto­bahnen bekämpfen
Spricht jemand fünf Mal Candyman in einen Spiegel, erscheint die Gruselfigur und jagt den Rufer. Spricht ein Finanzvorstand dreimal Mario Draghi in ein volles Bankschließfach, kommt dieser und senkt die Zinsen. Ok, das war …
16.08.2019VWheute
Zitz­mann: "Mario Draghi geht zu weit" Überzieht die EZB ihr Mandat? "Ja, eindeutig", sagt der Vorstandschef der Nürnberger Versicherung, Armin …
Zitz­mann: "Mario Draghi geht zu weit"
Überzieht die EZB ihr Mandat? "Ja, eindeutig", sagt der Vorstandschef der Nürnberger Versicherung, Armin Zitzmann. Er prophezeit, dass das Schlimmste für Sparer erst noch komme. "In Nürnberg hat gerade die Sparkasse langlaufende Sparverträge…
06.08.2019VWheute
Latein­ame­rika: Versi­cherer leiden unter Wirt­schafts­flaute und Nied­rig­zinsen Das Prämienvolumen der Versicherer in der Region Lateinamerika ist …
Latein­ame­rika: Versi­cherer leiden unter Wirt­schafts­flaute und Nied­rig­zinsen
Das Prämienvolumen der Versicherer in der Region Lateinamerika ist im vergangenen Jahr um 5,2 Prozent auf 150,2 Milliarden US-Dollar eingebrochen. Das zeigt die aktuelle Studie der Mapfre zur …
27.03.2019VWheute
Wie Versi­che­rungs­profis ihren Kunden aus der Zins­falle helfen können "Niedrigzinsen bis 2050", lautet das Horrorszenario für deutsche Sparer. Der …
Wie Versi­che­rungs­profis ihren Kunden aus der Zins­falle helfen können
"Niedrigzinsen bis 2050", lautet das Horrorszenario für deutsche Sparer. Der Staat saniert sich so weiter kräftig, sicherheitsorientierte Anleger werden gleichzeitig enteignet. Für die gibt es aber …
Weiter