Schlaglicht

Diese Woche: Nervensache Infrastruktur

Von Tobias DanielTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Die Infrastruktur gilt in Zeiten des Nullzinses als besonders lukrative Assetklasse, die den Versicherern hohe Rendite verspricht. Rund 1,5 Billionen Euro haben die Versicherer derzeit in der Hinterhand. Gleichzeitig will die Bundesregierung bis 2030 rund 265 Mrd. Euro in die Infrastruktur investieren. Privates Kapital ist dabei gern gesehen. Doch es hakt noch an der Umsetzung, wie die Versicherungswirtschaft in ihrer neuesten Ausgabe berichtet.
Das Problem: Derzeit fließt noch weniger als ein Prozent aus der Kapitalanlagekasse der Versicherer in entsprechende Infrastrukturprojekte. Hinzu kommt, dass allein in Deutschland bislang nur zwei große Infrastrukturprojekte in den Bereichen Verkehr und Energie vom Koordinationsausschuss des European Fund for Strategic Investment (EFSI) genehmigt sind. (siehe DOSSIER).
Allerdings sind alternative Anlagen ein Allheilmittel, auch wenn diese einen Beitrag zur Optimierung der Rendite-Risiko-Position leisten können, konstatierte jüngst Alina Singer, Geschäftsführerin der Vers Leipzig gegenüber VWheute: "In einem Spannungsfeld zwischen der weiterhin anhaltenden Niedrigzinsphase und den zu erfüllenden Verpflichtungen aus den Versicherungsverträgen wird die Wahl einer richtigen Absicherungsstrategie und der passenden Asset-Klassen zu einem Wettbewerbs- sowie Überlebensfaktor für die Lebensversicherungs- und Versorgungswirtschaft".
Immerhin: "Infrastruktur ist eine interessante Beimischung für das Portfolio, da ihre Risiken in der Regel nicht mit den klassischen Anlagerisiken einer Versicherung korreliert sind. Insofern stabilisieren sie das Portfolio", konstatiert Gerd Weidenfeld, Leiter Corporate Finance Gothaer Asset Management. Dennoch werde die Infrastruktur "das Anlageproblem der Versicherer im aktuellen Zinsumfeld aber nicht lösen" (siehe KÖPFE).
Dennoch sind die Versicherer nach Ansicht von Ulrich Ostholt, Chief Investment Officer von Generali Deutschland, ein wesentlicher Player, fungieren diese doch als "Vermittler zwischen dem großen Kapitalbedarf einzelner und dem geringen Kapitalangebot von vielen kleinen Anlegern". Aber: "Traditionelles, dogmatisches Denken und Handeln belasten die sinnvolle Zusammenarbeit von öffentlicher Hand und privatem Investor", warnt Andreas Gruber, Chief Investment Officer Allianz Investment Management.
Es besteht jedenfalls Handlungsbedarf an der Infrastrukturfront: "Die Versicherer sind bereit, ihre Kompetenz im Risikomanagement und ihr Potenzial als Ermöglicher von Innovation aktiv einzubringen. Dazu bedarf es einer fairen Lösung zwischen Wirtschaft, Gesellschaft und Politik", betont Zukunftsforscher Dirk Solte. (td)
Bildquelle: N. Schmitz / pixelio.de
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Weitere Themen im Blick von VWheute:

Auf der Tagesordnung stehen unter Leitung des früheren GDV-Präsidenten, Dr. Bernhard Schareck, u.a. Satzungsänderungen, die den Verein und den von ihm getragenen Verlag auf eine breitere gesellschaftliche Basis stellen sollen.
Im Gespräch mit VWheute erzählt SDK-Vertriebsvorstand Timo Holland wie er auf den Weggang vieler Außendienstmitarbeiter reagiert.
Das Gutachten der Bundesarbeitsministeriums zur bAV-Reform sorgt weiter für Diskussionsstoff. "Es bleibt abzuwarten, ob die Gewerkschaften in dem vom BMAS favorisierten Sozialpartnermodell einer Variante ohne Garantien für die Arbeitnehmerschaft mittragen", konstatiert Heubeck-Chef Richard Herrmann gegenüber VWheute.

 

Infrastruktur
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