Politik & Regulierung

PKV: Prämienanstieg sichert lebenslange Versorgung

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
"Der Prämienanstieg in der privaten Krankenversicherung sichert die lebenslange Versorgung." Stefan Reker, Leiter der Kommunikation beim PKV-Verband, wehrt sich gegen den Vorwurf der willkürlichen Beitragsanpassungen. Langfristige Beitragsvergleiche zeigten zudem, dass sich die Kosten in der GKV ähnlich entwickeln. Hierin stimmt ihm auch Peter Grieble von der Verbraucherzentrale Baden Württemberg zu.
"Die Beiträge der gesetzlichen Krankenkassen können ebenfalls deutlich steigen. Jederzeit durch eine persönliche Gehaltserhöhung – und auch durch die jährliche, teilweise saftige Erhöhung der Beitragsbemessungsgrenze sowie der Krankenkassen-Zusatzbeiträge", schreibt Verbraucherschützer Grieble auf Xing Klartext. Außerdem sollte nicht vergessen werden, dass verglichen mit den sonst fälligen Beiträgen einer Kassenmitgliedschaft Gutverdiener in jungen Jahren teils lange prämiengünstig in der privaten Krankenversicherung versichert sind. Beitragserhöhungen seien also keine Seltenheit – sowohl in der PKV als auch in der GKV.
PKV-Mann Reker bestätigt in seinem Klartext-Beitrag, dass es in einzelnen Tarifen drastische Erhöhungen gegeben haben. Dennoch: "Die allermeisten der rund neun Millionen Privatversicherten haben 2016 wie auch in den letzten Jahren keine oder nur sehr geringe Beitragserhöhungen im niedrigen einstelligen Prozentbereich erlebt. Für mehr als eineinhalb Millionen Versicherte gab es sogar Beitragssenkungen."
Die Beitragserhöhungen in den betroffenen Tarifen seien dabei nicht willkürlich, sondern beruhten auf einem nachgewiesenen Anstieg der Ausgaben für medizinische Leistungen. "Dass es dabei zu einem willkürlich anmutenden Wechsel von mehrjährigen Nullrunden und dann bisweilen sprunghaft steigenden Beiträgen kommen kann, ist einigen starren rechtlichen Vorschriften geschuldet", erklärt Reker. Um diesen Umstand zu beheben, habe der PKV-Verband entsprechende Lösungsvorschläge vorgelegt. "Der Gesetzgeber hat das bisher leider nicht aufgegriffen."
So ärgerlich es für betroffene Versicherte sei, wenn in ihrem Tarif eine starke Beitragserhöhung erfolgt, sollten sie gleichwohl eines im Blick behalten: "Privatversicherte können sich darauf verlassen, dass ihre PKV jede medizinisch notwendige Behandlung auf dem jeweils modernsten Stand der Medizin erstattet, ohne Vorbehalte und Budgetgrenzen wie in der gesetzlichen Krankenversicherung." Dieser vertraglich vereinbarte Leistungsumfang sei in der PKV ungekürzt bis zum Lebensende garantiert – anders als in der GKV, wo jederzeit Leistungskürzungen möglich seien. (vwh/jko)
Bild: Stefan Reker, Leiter Kommunikation beim PKV-Verband (Quelle: PKV-Verband)
PKV-Verband
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