Unternehmen & Management

Viel Licht und wenig Schatten bei der Munich Re

Von Alexander KasparTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Ein Aktienkurs besser als der Branchenindex, besser als der DAX, und auch eine Rekorddividende zum zehnten Mal in Folge bewahrten den Vorstand der Munich Re auf der diesjährigen Hauptversammlung in München nicht vor kritischen Tönen. Zwar sparten die Aktionärsvertreter nicht mit Lob für die Arbeit von Vorstandschef Nikolaus von Bomhard, doch die Anteilseigner wollten mehr: Höhere Kurse, mehr Dividende und endlich eine Perspektive für Ergo.
Die skizzierte der neue Mann an Bord: Ex-Allianz-Deutschlandchef Markus Rieß. Bei aller Kritik, die der Vorstand für den Erstversicherer Ergo in der Vergangenheit hat einstecken müssen, mit Rieß am Steuer soll der Kurs nun endlich Richtung Profit gedreht werden. Dabei bemühte sich der Neuzugang, Start im Board der Munich Re war am 16. September 2015, um eine balancierte Betrachtung des Unternehmens. Zwar sei Ergo im Bereich Leben wegen der niedrigen Zinsen sehr stark unter Druck geraten, aber ein neues Drei-Säulen-Modell, neue Produkte und ein rigides Kostenmanagement soll die Wende bringen.
Licht neben dem Schatten gebe es vor allen Dingen auf den internationalen Märkten, wie Rieß weiter ausführte. In China, Polen, Indien, im Baltikum und vielen anderen Ländern sei Ergo sehr gut aufgestellt, weshalb es jetzt gelte im "Reparaturbetrieb" die Stärke des Unternehmens freizulegen. Weiterer Treiber sei die Digitalisierung, bei Millionen von Kunden täte sich hier ein gigantisches Feld auf. Einzelheiten zur neuen Strategie will Rieß zu einem gesonderten Termin in der zweiten Jahreshälfte vorstellen. Damit war eine der größten Untiefen (und Baustellen) im Gesamtkonzern kommunikationstechnisch bewältigt, noch läuft die Schonfrist für Rieß.
Riesige Potenziale für die Zukunft der Munich Re beschrieb zuvor schon Vorstandschef von Bomhard vor den knapp 3.000 angereisten Aktionären auf dem Gelände der Messe München im ICM. Damit waren gut 50 Mio. Stimmen bzw. Stückaktien präsent, welche rund 30 Prozent des Grundkapitals entsprachen. Diesen bot von Bomhard ein Bild der Munich Re als quicklebendiges Unternehmen. Bei einem Gang durch das Haus der Münchener Rück mit seinen Laboren und Think Tanks käme angesichts der Innovationskraft echte Freude auf, so der Manager:
"Wir sind überall und immer", so fasste von Bomhard die Aktivitäten seines Hauses zusammen. Mit Blick auf den Bereich Cyber sah der Manager "gigantische Potenziale", denn bis heute sei hier nur ein Promilleberich versichert und der Markt wachse beständig: "Da geht noch unendlich viel mehr." 2,5 bis drei Mrd. US-Dollar sei der Cyber-Markt heute schwer, aber in fünf Jahren wächst das Beitragsvolumen auf bis zu zehn Mrd. US-Dollar, ergänzte Torsten Jeworrek, im Vorstand verantwortlich für die Themen Rückversicherung und Digitalisierung. Gerade einmal 190 Mio. US-Dollar zeichnet die Munich Re aktuell in diesem Segment.
Eine weitere wichtige Frage steht mit der Einstufung der Münchener als systemrelevantes Unternehmen Ende des Jahres ins Haus. Dreimal wurde man geprüft, und jedes Mal konnte die Bedenken ausgeräumt werden, ob es bei der vierten Prüfung Ende 2016 wieder so sein wird, mochte von Bomhard nicht voraussagen. Zu einem Blick in die Zukunft ließ sich der Vorstands-Chef aber dann doch noch hinreissen. In seinem Ausblick für 2016 sagte von Bomhard folgendes:
(vwh/ak)
Bild: Nikolaus von Bomhard auf seiner letzten Jahreshauptversammlung als Vorstandschef der Munich Re. (Quelle: Alexander Kaspar)
Munich Re · Nikolaus von Bomhard
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