Politik & Regulierung

Höheres Rentenalter durch steigende Lebenserwartung

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
"Die weiter steigende Lebenserwartung darf nicht dazu führen, dass lediglich die Zeit des Ruhestandes immer länger wird, während die Lebensarbeitszeit, in der die Beitragszahlungen vorgenommen werden, konstant bleibt oder – Stichwort Rente mit 63 – sogar noch verkürzt wird", fordert Eckart Bomsdorf vom Institut für Ökonomie und Statistik der Uni Köln. Dies könne "kein Alterssicherungssystem ohne Änderungen verkraften".
Zudem habe ein "an die Lebenserwartung im Rentenalter gekoppelte Erhöhung des Rentenzugangsalters durchaus einen positiven Einfluss auf die Rentenhöhe – und natürlich auch auf den Arbeitsmarkt", konstatiert der Wirtschaftsexperte. Sie steige "durch diese Maßnahme stärker als ohne die Verschiebung der Regelaltersgrenze, da das Verhältnis von Beitragszahlern zu Rentnern sich günstiger entwickelt", ergänzt Bomsdorf. Zudem steigen durch die längere Lebenszeit auch die Rentenansprüche der Arbeitnehmer, so der Experte gegenüber dem GDV.
Widerspruch erntet der Experte hingegen von Gewerkschaftsseite. "Eine Anhebung der Regelaltersgrenze wäre nur eine verdeckte Rentenkürzung. Denn noch mehr Menschen wären entweder von höheren Abschlägen oder von verkürzten Rentenbezugszeiten betroffen", kontert Markus Hofmann, Abteilungsleiter Sozialpolitik im Bundesvorstand des Deutschen Gewerkschaftsbunds. Über "noch höhere Altersgrenzen zu reden, geht völlig an der Realität vorbei", kritisiert der Gewerkschaftsvertreter.
"Insgesamt muss es darum gehen, dass Beschäftigte überhaupt gesund bis zur Rente einen gut bezahlten, sozialversicherten Arbeitsplatz haben. Solange dies nicht der absolute Normalfall ist, verbietet sich jedweder Versuch, die unerreichbare Latte noch höher zu hängen", erläutert Hofmann. Denn anstelle "einer höheren Regelaltersgrenze brauchen wir sozial abgesicherte Übergänge in die Rente und zwar schon ab dem 60. Lebensjahr", so der DGB-Vertreter. (vwh/td)
Bildquelle: Petra Bork / pixelio.de
GDV · Rente
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