Märkte & Vertrieb

Neues Regime für Internationale Versicherungsprogramme gefordert

Von Alexander KasparTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Getrieben von der Globalisierung der Weltwirtschaft, neue Anbieter mit neuen Produkten und vor allen Dingen getrieben vom Aufkommen neuer Staaten im Konzert der Großen, haben Internationale Versicherungsprogramme (IVP) seit 2008 - dem Start des Wettbewerbs neuerer Generation - ungeahnte Dynamik entwickelt. Im Fokus ausländisch finanzierter Versicherungsunternehmen stehen dafür die sogenannten BRIC-Staaten (Brasilien, Russland, Indien, China), wie beim Euroforum-Kongress "Internationale Versicherungsprogramme" in München deutlich wurde. Dafür fordern Risikomanager jetzt ein neues Regime für Produkte.
Internationale Versicherungsprogramme (IVP), wegen ihrer Komplexität als reines "Expertenthema" verschrieen, so ein Referent auf der zweitägigen Euroforum-Konferenz, dominieren zunehmend das Geschäft weltweit operierender Versicherungsunternehmen. Entsprechend groß war deshalb auch das Interesse aus der Community an den detaillierten Einblicken. Dabei zählen, so die Referenten unisono, die Bereiche Regulierung und Steuern zu den größten Herausforderungen für interessierte Versicherungsunternehmen auf dem Sprung nach Übersee. Laut einer Umfrage unter 356 Risikomanagern zeigen sich 2/3 der Befragten unzufrieden mit dem bisherigen Regime, dieses verhindere ein effektives Risikomanagement, so FERMA-Vertreter Dirk Wegener bei seinem Einführungsvortrag.
Beispiel China: Bei einer Versicherungsdurchdringung von lediglich drei Prozent teilen sich ausländische Anbieter vier Prozent des Gesamtmarktes. CIRC, die chinesische Aufsichtsbehörde gilt in der Branche als "Schreckgespenst", knallhart den Heimmarkt im Visir, sollen Geld und Know how im Lande verbleiben, so das erklärte Ziel, wie Stefan Sowietzki von Axa Tianping P&C Insurance Co. Ltd. in seinem Vortrag ausführt. Schlechte Risiken werden ins Ausland abgegeben, gleichzheitig hat das Land auch das Solvency II Regime übernommen. Zusätzlich müssen sich auch Vorstände regelmäßig in Prüfungern testen lassen. Die Ergebnisse werden veröffentlicht und ein durchgefallener Manager durchaus auch einmal abberufen. Führend sind Chinesen berim Thema Digitalisierung:
Den Blick nach Südamerika warf Diego Assef, brasilianischer Anwalt in Diensten der Allianz-Tochter AGCS, welche erst seit 2013 eine eigenständige Tochter im größten Land Lateinamerikas unterhält. Dabei dient das Land auch als Hub für weitere Länder in Südamerika. "Tief verankert" sieht Assef die Korruption in Brasilien, weshalb auch eine Blacklist kaum Sinn ergebe, zuviele Unternehmen müssten darauf notiert werden. Dementsprechend müsse man sich den Gegenheiten vort Ort anpassen, die Sprache (portugisisch und eben nicht spanisch) beherrschen und vor allen Dingen mit lokalen Anbietern vor Ort kooperieren. Bis 2007 herrschte in Brasilien noch das staatliche Rückversicherungsmonopol, und auch noch heute wacht die Regulierungsbehörde SUSEP mit Argusaugen über den nunmehr freien Markt.
Amtsenthebungsverfahren drüben in Brasilien, Wirtschaftssanktionen hüben in Russland. Keine Frage, die BRIC-Staaten werden wohl noch lange um Kontinuität und Vertrauen kämpfen müssen. Trotzdem führt am größten Land der Erde auch für Versicherungsunternehmen kein Weg vorbei, auch wenn dieser zur Zeit mit Steinen gepflastert ist. Mit Spannung wurde daher auch der Vortrag von Georg Winter von der Greco International Holding AG erwartet. Seine Thema lautete: "Hot Spot Russland - Wie heiß ist die Lage am Versicherungsmarkt nach den Sanktionen?" Antworten auf diese Fragen gibt Winter exkulsiv im Videointerview mit VWheuteTV:
(vwh/ak)
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