Politik & Regulierung

Verbraucherschützer wollen Riester-Rente mit neuen Produkten erhalten

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
"Die Riester-Rente ist ökonomisch gescheitert, weil sie mit unbrauchbaren Produkten gefüllt wurde", sagte Axel Kleinlein, Vorstandssprecher des Bund der Versicherten (BdV) am Rande einer Fachtagung in Berlin. Zwar gebe es für die Riester-Rente, die das Absenken des Rentenniveaus kompensieren soll, je nach persönlicher Lebenssituation trotz Niedrigzinsphase teilweise ordentliche Renditen.
Diese resultierten aber aus Steuergeldern. Die heute in Riester-Verträge eingezahlten Steuergelder seien jedoch absolut unrentabel investiert. Trotzdem hält Kleinlein den Erhalt der staatlich geförderten Rente für möglich. Dafür müsste sie aber mit neuen Produkten gefüllt werden. Kleinlein: "Die müssen geringe Kosten aufweisen sowie ein besseres Überschuss- und Verrentungssystem haben." Grundsätzlich sollte man bei einer Riester-Reform über Steuervergünstigung nachdenken. Nach Meinung von Kleinlein wäre es besser, die ergänzende private Vorsorge mit einem staatlichen Zuschuss zu fördern. "Damit würde die Riester-Rente für Geringverdiener wieder attraktiver werden", so Kleinlein.
Positive Entwicklungen erwartet der BdV von einer bereits 2015 erfolgten Reform der Versicherungssaufsicht, die betrieblichen Pensionsfonds erlaubt selbst ein Verrentungssystem aufzubauen. "Damit ist das Rentenmonopol der privaten Lebensversicherer gefallen", sagte Kleinlein. Nun könnten Pensionsfonds mit eigenen Sterbetafeln und anderen Kostenstrukturen rechnen. Solche Modelle könnten möglicherweise auch für die private Rentenversicherung Modellcharakter haben. Den Aufbau der "Deutschlandrente", eines staatlichen Rentenfonds nach dem Muster skandinavischer Staaten, der von der Deutschen Rentenversicherung verwaltet werden soll, lehnt der BdV ab. Nach Einschätzung von Kleinlein wolle das auch die gesetzliche Rentenversicherung nicht. "Wir sind durchaus für eine private organisierte Altersvorsorge, wenn die Produkte stimmen", so Kleinlein. (usk)
Bildquelle: Bankenverband
Riesterrente · BdV
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